CW-Kolumne

SOA lebt

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Sehen, Ordnen, Aufräumen - so hat Volker Kratzenstein, Softwarechef bei Volkswagen, anlässlich der SOA Days 2013 das Akronym SOA aufgelöst.
Heinrich Vaske, Chefredakteur COMPUTERWOCHE
Heinrich Vaske, Chefredakteur COMPUTERWOCHE

Es gehe darum, die vorhandene IT-Landschaft vollständig zu erfassen, eine neue Zielarchitektur zu definieren und Projekte umzusetzen, die in diese neue Welt führten. Kratzenstein war nicht der Einzige, der feststellte, dass sich die Corporate IT komplett transformieren müsse. Markus Müller beispielsweise, CIO der Deutschen Telekom, legte dar, dass die siloartige Struktur, die IT-Umgebungen in vielen Unternehmen kennzeichne, den Anforderungen nicht mehr gewachsen sei. Die Telekom forciere seit einiger Zeit einen radikalen Architekturumbau.

Hintergrund ist das Zusammenspiel verschiedener IT-Trends, die ein neues IT-Nutzungsverhalten hervorgebracht haben. Größere Bandbreiten und Cloud-Dienste gehören dazu, ebenso mobile Endgeräte, die App-Kultur und der Siegeszug des Social Web. Vor allem haben sich Anwender aus ihrem privaten Umfeld daran gewöhnt, Dienste sofort zu beziehen.

Für die IT-Organisationen hat das massive Folgen. Zusammen mit den Fachabteilungen müssen sie die Services, die wirklich gebraucht werden, definieren und in eine neue konzernweite Gesamtarchitektur integrieren. So sorgen sie für deren Wiederverwendung und damit für sinkende Kosten und kürzere Reaktionszeiten. Service-orientierte Architekturen also - keiner redet mehr davon, aber die meisten Großkonzerne machen`s längst.

Interessant dabei ist ein Aspekt, den Telekom-CIO Müller aufwarf: Wer Ressourcen für Innovationen freisetzen will, muss an anderer Stelle die Kosten senken. Auf der einen Seite also ungeduldige Anwender, die in Echtzeit verwöhnt werden wollen; auf der anderen eine IT, die sich transformieren und teilweise ihre Leistungen einschränken muss. Das ist viel Stoff für Konflikte, die sich wohl nur mit einem starken Commitment der Geschäftsleitungen, einer offenen Informationspolitik und einer engen Zusammenarbeit von Fach- und IT-Abteilungen lösen lassen. (mhr)