IT-Value-Management

So wird der Nutzen der IT sichtbar

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
IT-Value-Management ist in den meisten Unternehmen noch ein Buch mit sieben Siegeln.
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Wenn vom Wertbeitrag der IT die Rede ist, denken viele an IT-Controlling. Diese Disziplin ist in den Unternehmen fest verankert. Sie überprüft beispielsweise, ob ein Projekt das gesteckte Ziel erreicht. Aber welchen Nutzen dieses Ergebnis dem Unternehmen bringt, lässt sich mit IT-Controlling allein nicht ermitteln. Hier kommt das IT-Value-Management ins Spiel.

"Die Frage des Wertbeitrags der IT für Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit wird immer nachdrücklicher gestellt", sagt Michael Maicher, Geschäftsführer des Beratungsunternehmen Ardour Consulting. Und IT-Value-Management sei ein Instrument, mit dem sich Investitionen "wertorientiert steuern" ließen.

Um den tatsächlichen Nutzen der IT für das Unternehmen zu ermitteln, müssten die Strukturen und Wirkungsweisen der IT "deutlich transparenter" werden, als sie es sind, so Maicher weiter. Hier liege die Kernaufgabe des IT-Value-Management. Es müsse die Zusammenhänge zwischen Maßnahmen beziehungsweise Vorhaben und ihren Auswirkungen, zum Beispiel auf Prozesse und Architektur, im Hinblick auf genau bestimmte "Stakeholder" aufzeigen. Ardour Consulting hat eine aus acht Punkten bestehende "strategische Leitlinie" für Unternehmen entwickelt, die ein IT-Value-Management entwickeln und etablieren wollen.

1. Transparenz der Wertbeiträge

Aussagekräftige Kosten-/Nutzen-Betrachtungen für die einzelnen Wertbeiträge der IT gehörten zu den zentralen Fragen des IT-Value-Managements: Sind die Beiträge transparent? Lassen sie sich bewerten? Kann man sie nachvollziehbar darstellen? Beantworten lassen sich diese Fragen mit Hilfe von Methoden, wie sie von Marktforschungsunternehmen wie Gartner und Forrester, von Anbietern wie Intel und Microsoft, aber auch vom IT Governance Institute (IGI) oder der Cranfield University angeboten werden. Dabei ist allerdings zwischen investitionsorientierten und kostenorientierten Bewertungsverfahren zu unterscheiden. Welcher Art das Unternehmen Priorität einräumt, kann es nur selbst entscheiden.

2. Kontinuierliche Bewertungsprozesse

Eine Bewertungsmethodik kommt allerdings erst zum Tragen, wenn die dafür erforderlichen organisatorischen Strukturen mit ihren Prozessen, Ressourcen und Verantwortlichkeiten geschaffen sind. Eine wesentliche Rolle spielt auch die unternehmenspolitische Einordnung. Das IT-Value-Management sollte durchgängig und konsequent gelebt werden. Dazu ist Akzeptanz auf der Management- und der Mitarbeiterebene notwendig. Zu den kritischen Erfolgsfaktoren gehört - last, but not least - ein transparentes Value-Reporting.