Karriere auch in schwierigen Zeiten

So vermarkten Sie sich richtig

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Unabhängig von der jeweiligen Lebenslage muss jeder Karriereschritt sorgfältig geplant werden. Dr. Jürgen Nebel zeigt, wie Sie dabei am besten vorgehen.

Kurzarbeit, Stellenabbau, Kündigungen, Insolvenz - das sind die Themen, die derzeit in aller Munde sind. Wer mag da schon an Karriere denken oder sogar aktiv den nächsten Karriereschritt machen wollen? Einige sind jedoch gezwungen, einen Schritt zu machen, da sie ihren Arbeitsplatz verloren haben. Doch gleichgültig, ob gezwungen oder gewollt: Auch in der Krise ist der nächste Karriereschritt machbar. Entscheidend ist die richtige Strategie zur Selbstvermarktung! Wie das geht, erklärt Karriereberater und Karrierecoach Dr. Jürgen Nebel:

Wie in der IT: die Erfolge und die Zufriedenheit der Anwender zählen.

Quelle: Fotolia, F. Pfluegl
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Foto: F. Pfluegl/Fotolia.com

Wenn ein Unternehmen Sie als neuen Mitarbeiter auswählen soll, sind nicht die Titel und Diplome entscheidend. Was Sie bisher bewegt und erreicht haben, das ist relevant. Es geht also darum, bereits erreichte Erfolge nachzuweisen. Und zwar solche Erfolge, die Kosten gesenkt, Erträge erhöht, Gewinn verbessert oder zu anderen messbaren Vorteilen geführt haben. Sie sollten daher in Ihrer Bewerbung schriftlich und in harten Fakten nachweisen, was Sie in Ihren bisherigen Berufsstationen erreicht haben.

Das Ergebnis dieses Reviews sollte eine einseitige Übersicht "Beiträge zum Geschäftserfolg" sein. Das sagt mehr aus, als jeder mehrseitige Lebenslauf. Und meine Erfahrung ist: wenn Sie gute Erfolge nachweisen können, ist Ihr Alter und Ihre Ausbildung zweitrangig. Da sind die Kriterien "schon über 50" oder "keine abgeschlossene Ausbildung" irrelevant.

Jobbörsen sind gut. Aber es geht besser: über den verdeckten Stellenmarkt

Viele glauben, wenn sie sich in einer großen Anzahl von Online-Jobbörsen anbieten, wird schon das passende Angebot kommen. Oder es ginge darum "Tag und Nacht" nach passenden Stellen zu suchen bzw. zu surfen. Kann funktionieren. Kann aber auch schief gehen oder ziemlich lange dauern. Bei einer Stellensuche ist es nicht anders als im Vertrieb von IT: Sie müssen aktiv auf interessante Unternehmen zugehen und deren Bedarf ausloten.

Wir reden hierbei vom verdeckten Stellenmarkt, über den circa 80 Prozent der vakanten Stellen vergeben werden. Diese Stellen erscheinen eben nicht in Anzeigen oder in Online-Jobbörsen, insbesondere wenn es um Führungspositionen geht. Um diese "verdeckten Vakanzen" zu finden, müssen Sie aktiv auf die Unternehmen zugehen, sich also initiativ bewerben. Auf diesem Weg bekommen Sie die meisten Vorstellungsgespräche und konkreten Stellenangebote. Meine Klienten erzielen so durchschnittlich etwa zehn Erstgespräche bei Unternehmen und können am Ende meist zwischen mehreren Jobangeboten auswählen. Eine komfortable Situation, wenn Sie wirklich Karriere machen und Ihre Bedingungen optimieren wollen.