Trendthema Unified Communications

So verändert sich die Arbeitswelt

02.07.2008
Während Unternehmen teilweise noch mit der Einführung von VoIP zögern, steht mit Unified Communications bereits die nächste Evolutionsstufe der IP-Kommunikation vor der Tür. Joachim Adolphi, Technischer Manager Unified Communications bei Cisco, und Michael Weber, Senior Vice President bei Allied Telesis, diskutieren im CW-Gespräch über die Auswirkungen auf die Arbeitswelt.

COMPUTERWOCHE: Mehr als die Hälfte aller deutschen Unternehmen hat laut Berlecon bisher weder VoIP im Einsatz noch konkrete Pläne zur Einführung. Werden hiesige Firmen gegenüber dem neuen Trend Unified Communications (UC) ähnlich zögern wie bei VoIP?

Michael Weber, Senior Vice President Allied Telesis
Michael Weber, Senior Vice President Allied Telesis

Joachim Adolphi: Wir erwarten keine große Zögerlichkeit. Die deutschen Unternehmen haben sich Zeit gelassen, VoIP zu adaptieren. Heute zweifelt keiner mehr, dass diese Technik die Technologie der Zukunft sein wird. Zudem ist sie jetzt reif genug, um darauf bauen zu können.

Michael Weber: Die Integration von VoIP ist nun vollzogen und hat den Beweis für die Zuverlässigkeit erbracht. UC als Erweiterung zur VoIP-Kommunikation stellt eine geringere Hürde dar, da die Zuverlässigkeit der IP-Kommunikation bewiesen ist. Jetzt kommt es in allen Bereichen auf den maximalen Nutzen an.

Joachim Adolphi, Technischer Manager Unified Communications bei Cisco.
Joachim Adolphi, Technischer Manager Unified Communications bei Cisco.
Foto: Fink und Fuchs

COMPUTERWOCHE : UC bietet neue Features wie Präsenzabfrage, CTI und Collaboration. Welchen Nutzen hat ein Unternehmen von der Einführung dieser Anwendungen?

Weber: Die Arbeitsabläufe werden vereinfacht und über die Erreichbarkeit der Mitarbeiter eine maximale Kundenzufriedenheit und interne Effizienz erreicht. Zum Beispiel spart der Wegfall von Dienstreisen viel Kosten und vor allem Zeit. Das steigert die Produktivität. Das gilt auch für die Teambildung über Distanzen bis hin zu weltweit agierenden Teams. Allerdings stellt das erhöhte Anforderungen in Bezug auf Flexibilität, Sprachen, Fachwissen, kulturelles Wissen etc. an die Mitarbeiter.

Adolphi: Immer mehr Arbeit wird in geografisch verteilten Teams erledigt. Diese Arbeitsform bringt das Problem mit sich, nicht mehr direkt die Verfügbarkeit von Teamkollegen sehen zu können. Schwieriger wird es auch sich spontan und mit wenig Aufwand im Team zu treffen, Informationen auszutauschen und sich abzusprechen. Hier setzt UC an: Die Präsenzinformation zeigt, wer verfügbar ist. Mit CTI ergibt sich die Möglichkeit, Kommunikation effizient und komfortabel zu gestalten. Dabei können zunehmend auch Mediengrenzen überschritten werden. Und Collaboration ist der Besprechungsraum räumlich verteilter Organisationen. Kurz zusammengefasst löst UC die Probleme, die sich aus der Zusammenarbeit räumlich verteilter Arbeitsgruppen in einer globalen Wirtschaft ergeben.

COMPUTERWOCHE: Inwiefern verändert UC dabei unsere Arbeitswelt?

Adolphi: UC gibt dem Anwender die Freiheit, dort zu arbeiten, wo nötig, und nicht wie bei klassischen Technologien, wo möglich. Dies fördert die Mobilität des einzelnen Anwenders und die Möglichkeit, Erfahrung und Wissen im Unternehmen miteinander zu teilen, ohne durch räumliche Grenzen behindert zu werden. Damit wird unsere Arbeitswelt mehr und mehr mobil, flexibel und global ausgerichtet sein.

Weber: Starre Arbeitszeiten und Arbeitsorte gehören der Vergangenheit an, und ein eigenverantwortlicher Umgang mit den gestellten Aufgaben wird notwendig. Hieraus resultiert auch ein veränderter Führungsstil im Unternehmen. Dieser Stil sollte auf Zielen und nicht auf Arbeitszeiten basieren.