Trend in Prozent

So ticken die deutschen IT-Manager

Karin Quack
Karin Quack ist als leitende Redakteurin für Themen rund um das IT-Management verantwortlich. Sie steht in engem Kontakt zu den CIOs und weiß, wo ihnen der Schuh drückt.  Privat interessiert sich Quack für den Fußball - vor allem der FC Barcelona hat es ihr angetan.
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Die Bewerbungen zum "CIO des Jahres 2010" spiegeln - obschon sie keine repräsentative Umfrage darstellen - die Wirklichkeit in den deutschen IT-Abteilungen wider. Hier ein paar Ergebnisse, selbstverständlich anonymisiert.

Was treiben CIOs eigentlich den lieben langen Tag? Sie führen ihre Mitarbeiter und kommunizieren mit den Fachbereichen. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man sich die Fragebögen genau anschaut.

Für Personalführung wenden die IT-Verantwortlichen in Großunternehmen im Durchschnitt 22 Prozent ihrer kostbaren Zeit auf. Im Extremfall befassen sie sich sogar mehr als zwei Fünftel ihres Arbeitstags mit der Frage, woher sie die richtigen Mitarbeiter bekommen und wie sie sie richtig einsetzen. Die CIOs in kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) stehen dem kaum nach. Sie widmen dieser Aufgabe durchschnittlich 19 Prozent ihrer Arbeitsenergie. Diese Aufgabe wird vermutlich sogar immer wichtiger, denn im vergangenen Jahr lagen die Werte deutlich niedriger: bei 19 Prozent in den Konzernen und 16 Prozent im Mittelstand.

Mit wem CIOs reden

Beinahe ebenso intensiv betreiben die IT-Chefs die Kommunikation mit den Fachbereichen. Im Durchschnitt räumen sie ihr 21 Prozent ihres Alltags ein - ungeachtet der Unternehmensgröße. Das ist nichts Neues. Schon im vergangenen Jahr rangierte dieses Thema ganz oben auf der Prioritätenliste der Wettbewerbsteilnehmer. Es wäre auch verwunderlich, wenn es anders wäre. Top-CIOs müssen schließlich genau wissen, wie sie vorhandenes Geschäft optimal unterstützen und wo sie helfen können, neue Business-Möglichkeiten aufzutun. Und dazu ist es notwendig, mit den Fachbereichen zu reden.

Für die Kommunikation mit der Firmenleitung bleibt mit elf Prozent (Großunternehmen) beziehungsweise zwölf Prozent (KMUs) nur etwa halb so viel Zeit. Das mag am begrenzten Zeitbudget des Top-Managements liegen. Außerdem bekommen Unternehmenslenker gern Entscheidungen vorgelegt, die sie nur noch abzunicken brauchen. Und wenn sich die IT mit den Fachbereichen auf eine Strategie oder ein viel versprechendes Projekt geeinigt hat, wäre der Geschäftsführer schlecht beraten, noch einmal in die Diskussion einzusteigen.