Eric Schmidt gibt Migrationstipps

So steigen Sie einfach vom iPhone auf Android um

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Was passiert mit meiner iTunes-Musik? Diese Frage dürfte wohl viele iPhone-Anwender von einer Migration in die Android-Welt abhalten. Google Aufsichtsrat-Chef und Ex-CEO Eric Schmidt hat jetzt einige Migrations-Tipps veröffentlicht.
Ex-Google-Chef Eric Schmidt gibt Tipps zum Wechsel von iOS auf Android.
Ex-Google-Chef Eric Schmidt gibt Tipps zum Wechsel von iOS auf Android.
Foto: Google

Vom iPhone auf Android migrieren? Für viele Anwender war das bis vor kurzem undenkbar. Doch mittlerweile ist Android das mobile Betriebssystem Nummer 1 und aktuelle Hardware wird das Galaxy S4 oder das Nexus 5 sind laut Schmidt leistungsfähiger als Apples iPhone. Deshalb, so ist Ex-Google-CEO Schmidt überzeugt, dürften viele iPhone-Anwender im Weihnachtsgeschäft den Wechsel in die Android-Welt wagen. "Ähnlich wie Leute, die von einem PC zu einem Mac wechselten und nie wieder zurückwollten, wird es auch iPhone-Anwendern ergehen, die den Umstieg vornehmen", trommelt Schmidt in seinem Post auf Google+ für Android. Schließlich sei bei Android alles in der Cloud, es gäbe Backups und der User habe größere Freiheiten. Damit dieser Wechsel reibungslos von statten geht, empfiehlt Schmidt Migrationswilligen folgende Vorgehensweise:

  1. Einrichtung des Android-Handys

    Im ersten Schritt sollten Wechselwillige ihr Android-Smartphone mit einem WLAN verbinden und sich mit ihrem persönlichen Gmail-Account anmelden. Dabei sollten sie auch gleich im Google Play Store alle Apps herunterladen, die sie normalerweise benutzen. Des Weiteren sei zu prüfen, ob die Software der Android-Handys auf dem aktuellen Stand sei. Hat der User alle Schritte befolgt, dann sollte er jetzt seine Gmail-Nachrichten sehen und alle Apps nutzen können.

  2. iPhone oder iPad updaten

    Als zweiter großer Block folgt nur für Schmidt die Datenmigration. Hierzu solle der Anwender sicherstellen, dass es auf dem iPhone in Gmail eingeloggt ist und die aktuellste iOS-Version nutzt. Ferner sei zu prüfen, ob iCloud als Backup für Kontakte genutzt wird. Falls nicht, ist dies in den iCloud-Einstellungen zu aktivieren. Ebenso ist im persönlichen Gmail-Account unter den Mail-Einstellungen die Synchronisation für Kontakte einzuschalten. Ein aktuelle iOS-Version vorausgesetzt, werden jetzt laut Schmidt die Gmail- und iPhone-Kontakte synchronisiert. Der nächste Schritt umfasst die Messages. Folgt man Schmidts Anleitung, dann ist es wichtig, dass auf dem iPhone der Messenger ausgeschaltet ist. Ansonsten würde die Message von iPhone-Freunden nicht auf dem Android-Gerät ankommen. Um Bilder und Musik vom iPhone auf Android zu migrieren nimmt Schmidt iTunes zu Hilfe und synchronisiert diese Daten erst mit einem Desktop-Rechner. Nach diesen Arbeiten sollten laut Schmidt die Mails und Kontakte auf dem Android-Smartphone sein. Falls dies nicht der Fall ist, rät er zu folgendem Troubleshooting, um die Kontakte manuell zu übertragen. Hierzu müsse sich der User mit seiner Apple ID in die iCloud einloggen. Dort habe er in der unteren linken Ecke auf das Rad zu klicken und alle Kontakte auszuwählen. Diese sind dann als eine vCard-Datei in einen Download-Ordner zu exportieren. Anschließend muss der Nutzer im Browser Gmail öffnen und dort unter Mails die Option Kontakte wählen. Über die Funktion "Import Contacts" können nun die vorher im Download-Ordner gesicherten iPhone-Kontakte importiert werden. Um eventuelle Doppler zu löschen, empfiehlt Schmidt die Option "More / Find & merge duplicates" zu verwenden.

  3. iTunes-Musik nach Google transferieren

    Mit dem Music Manager lässt sich die iTunes-Musik in die Android-Welt transferieren.
    Mit dem Music Manager lässt sich die iTunes-Musik in die Android-Welt transferieren.
    Foto: Google

    Um die eigene iTunes-Musik auch in der Google-Welt zu verwenden, benötigt der User den Google Music Manager. Dieser lädt die iTunes-Musik in die Cloud. Glaubt man Schmidt, dann kommt das Tool mit den meisten iTunes-Libraries zurecht. Zur Benutzung muss sich der Anwender allerdings bei Google Wallet registrieren. Zudem ist bei der Migration darauf zu achten, dass der Music Manager die Daten auch mit dem persönlichen Gmail-Account synchronisiert.

  4. Fotos vom iPhone behalten

    In Sachen Fotos rät der Manager dazu, diese vom iPhone auf den Rechner zu kopieren und dann mit iTunes zu synchronisieren. Älter Fotos würde er dabei nicht auf das Android-Telefon transferieren. Neuere Aufnahmen, die auf dem Android-Device entstehen würden dagegen künftig automatisch über den Gmail-Account mit dem Rechner synchronisiert. Wer dennoch nicht auf ältere Fotos verzichten kann hat laut Schmidt zwei Möglichkeiten: Entweder er schickt sich die Bilder per Gmail und lädt sie dann auf sein Android-Phone oder überträgt sie an Google+.

  5. Letzte Android-Schritte

    Die letzte Aufgabe, um die Migration zu beenden ist der Wechsel der SIM-Karte vom iPhone in das Android-Smartphone. Um sich hier am Wochenende oder abends unnötigen Frust zu ersparen, sollte im Vorfeld daran gedacht werden, sich einen SIM-Adapter zu besorgen. Während bei den iPhones mittlerweile Nano-SIMs gebräuchlich sind, verwendet das Android-Lager in der Regel Micro-SIMs. Nach dem SIM-Wechsel ist das neue Handy laut Schmidt lediglich zu rebooten und die Migration ist geschafft.

  6. Weiter Tipps

    Wer auf Sicherheit achtet, sollte die Zwei-Faktor-Authentisierung nutzen.
    Wer auf Sicherheit achtet, sollte die Zwei-Faktor-Authentisierung nutzen.
    Foto: Google

    Über die eigentliche Migration hinausgehend hat der Ex-Google-Chef noch zwei weitere Ratschläge auf Lager. Sein erster Ratschlag lautet, Google Chrome als Browser zu verwenden, da dieser schneller und sicherer sei als andere. Ob dieser Tipp frei von Interessenskonflikten ist, mag dahin gestellt bleiben. Interessanter ist sein nächster Hinweis: Er rät dringend dazu, zur Anmeldung bei Gmail und Google Accounts eine Zwei-Faktor Authentisierung zu verwenden. Dabei meldet sich der Nutzer wie gewohnt mit Benutzername und Passwort an, erhält dann aber per Handy-SMS, Mail etc einen Code, mit dem er sich zusätzlich ausweisen muss. Angreifer bräuchten also nicht nur die Login-Daten, sondern auch das entsprechende Endgerät um an die Daten zu gelangen. Wie dies im Detail funktioniert, erklärt Google auf seinen Web-Seiten.