Schluss mit Perfektionismus

So schützen Sie Mitarbeiter vor Burnout

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Perfektionisten, die schlecht delegieren können, droht der Burnout. Wie Führungskräfte Gefährdete erkennen können, erklärt Personalberater Hans-Joachim Maar.
Prävention muss Jahre vor dem Zusammenbruch beginnen, fordert Hans-Joachim Maar von Rochus Mummert.
Prävention muss Jahre vor dem Zusammenbruch beginnen, fordert Hans-Joachim Maar von Rochus Mummert.
Foto: Rochus Mummert

Das Thema Burnout ist derzeit in aller Munde. Es ist so präsent, dass Kritiker sogar von einer Modediagnose sprechen. Wie häufig Burnout vorkommt, können Experten nur schätzen, denn eine klare Definition dafür gibt es nicht. Laut dem Fehlzeiten-Report der AOK sind psychische Erkrankungen mittlerweile für fast zehn Prozent der Krankschreibungen in Deutschland verantwortlich.

Hans-Joachim Maar, Partner der Unternehmens- und Personalberatung Rochus Mummert, plädiert für eine sehr frühzeitige Burnout-Prävention, damit es gar nicht erst zu den Fehlzeiten kommt. Die rechtzeitige Prävention beginnt für ihn bereits viele Jahre vor dem Punkt, an dem der Zusammenbruch letztendlich droht.

Wenn man nicht nein sagen kann

Führungskräfte wie CIOs tragen eine Verantwortung für ihre Mitarbeiter und sollten wachsam verfolgen, ob es im Team überforderte oder Burnout-gefährdete Angestellte gibt. "Ein Warnsignal ist beispielsweise, wenn ein Mitarbeiter zusätzliche Aufgaben immer wieder bereitwillig übernimmt und es nicht wagt, auch mal Nein zu sagen", so Hans-Joachim Maar.

Wer nicht delegieren kann, ist ein Kandidat für Burnout.
Wer nicht delegieren kann, ist ein Kandidat für Burnout.
Foto: Fotolia, Gudellaphoto

Zu den Alarmzeichen gehört auch, wenn Mitarbeiter mit einem sehr hohen Anspruch an Perfektion arbeiten, schlecht delegieren können, kaum Risiken eingehen und ihr Verhalten generell eher unsicher und misstrauisch wirkt. "Für Mitarbeiter mit einer solchen Arbeits- und Denkweise kann ein weiterer Karriereschritt gefährlich werden", sagt Maar. Denn jeder Karriereschritt, so Maars Erfahrung als Personalberater, führt dazu, dass die Fremdbestimmung im Job weiter zunimmt. Wenn jemand dann nicht gern delegiert, perfektionistisch arbeitet und viel zu viele Aufgaben übernimmt, kann das zum Zusammenbruch führen.

Zielvereinbarungs- und Jahresgespräche eignen sich nach Meinung von Hans-Joachim Maar besonders gut, um auch über die Arbeitsweise der Mitarbeiter zu sprechen. Er rät IT-Verantwortlichen, ihren Mitarbeitern in einem solchen Gespräch etwa die folgenden Fragen zu stellen:

Was Sie gefährdete Mitarbeiter fragen sollten

  • "Wie haben Sie dieses Projekt bewältigt?"

  • "Welche Aufgaben haben Sie dabei delegiert?"

  • "Wie gehen Sie in Ihren Projekten mit Risiken um?"

  • "Wie begrenzen Sie Ihre eigene Arbeitsbelastung?"

  • "Wie schaffen Sie sich zeitliche Freiräume - auch für Ihr Privatleben?"