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Performance, Usability, Design

So machen Sie mobile Websites flott

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Mobile Anwender erwarten viel von Internet-Angeboten - gerade in Deutschland. Unternehmen müssen dem Rechnung tragen, tun sich aber schwer.

Jedes fünfte im vergangenen Jahr verkaufte Handy war laut IDC ein Smartphone. Insgesamt über 302 Millionen Smartphones gingen weltweit über die Ladentheken, das entspricht einer Steigerung von 75 Prozent gegenüber dem Jahr 2009. Je mehr Smartphones im Einsatz sind, desto wichtiger werden mobile Websites. Wer einmal mit einem Handy versucht hat, auf der klassischen Amazon-Startseite einzukaufen, weiß, wie schwierig dieses Unterfangen ist. Gerät der Shop schon am Desktop-PC zuweilen unübersichtlich, ist der Nutzer mit einem wesentlich kleineren Display hoffnungslos verloren.

Hohe Ansprüche

Amir Rozenberg, Product Manager Mobile bei Compuware Gomez, stellt fest, dasss besonders deutsche Anwender schnell ungeduldig werden.
Amir Rozenberg, Product Manager Mobile bei Compuware Gomez, stellt fest, dasss besonders deutsche Anwender schnell ungeduldig werden.
Foto: Compuware Gomez

Wie aus dem aktuellen Report "What Users want from mobile" des Application-Performance-Management-Unternehmens Compuware Gomez hervorgeht, erwarten 72 Prozent der deutschen Mobile-Anwender, dass eine Website auf ihrem Endgerät genauso schnell oder gar schneller lädt als auf dem Desktop-PC. 2009 waren es noch 14 Prozentpunkte weniger. Die aktuelle Toleranzgrenze bei der Ladezeit liegt bei drei Sekunden: 68 Prozent der befragten deutschen Anwender warten nicht länger als diese Zeitspanne darauf, dass eine Seite auf dem Display erscheint. Nur rund jeder Zehnte toleriert noch eine Ladezeit von über fünf Sekunden. Mehr als die Hälfte der befragten Anwender (56 Prozent) hatte im vergangenen Jahr schon mindestens einmal Probleme beim Laden einer mobilen Website.

Schwer zu reparieren

Mittelfristige Konsequenz aus überlangen Ladezeiten oder gar nicht aufrufbaren Angeboten: Rund die Hälfte der Befragten gab an, zukünftig nicht mehr zu einer Seite zurückzukehren, die zu langsam oder gar nicht geladen hatte. Bemerkenswert: Die deutschen Nutzer weisen nach den chinesischen die weltweit höchste Erwartungshaltung auf. So nehmen laut Compuware Gomez nur rund 48 Prozent der Anwender in Großbritannien, 57 Prozent der Franzosen und 58 Prozent der amerikanischen Nutzer eine Ladezeit von über fünf Sekunden nicht in Kauf.

Hausaufgaben nicht gemacht

Trotz der eindeutigen Zahlen und der gro-ßen Zielgruppe tun sich viele Unternehmen schwer, verschiedene Varianten ihrer Web-Präsenzen anzubieten, die dann geräteabhängig ausgeliefert werden. Selbst diejenigen, die bereits etwas in petto haben, bieten nur selten eine mobile Seite, die den Anforderungen der Anwender vollständig entspricht. Eine stattdessen gutgemachte App hilft da auch nicht weiter

Performance im Stresstest

Gerade bei den Ladezeiten haben deutsche Hotelportale Nachholbedarf.
Gerade bei den Ladezeiten haben deutsche Hotelportale Nachholbedarf.

Die Computerwoche hat sieben mobile Hotelbuchungs-Portale in Sachen Ladezeit und Performance unter die Lupe genommen. Die Messdaten wurden über einen Zeitraum von zwei Wochen von Keynote Systems, einem Beratungsunternehmen für Mobile- und Internet-Anwendungen, erhoben. Die Messergebnisse (siehe Grafik) zeigen, dass selbst diese Anbieter, die auf hochverfügbare und schnelle mobile Websites für den Zugriff von unterwegs angewiesen sind, ihre Hausaufgaben bisher nur unzureichend gemacht haben.

In unserer Bilderstrecke finden Sie schon einmal einen Überblick über die Pros und Contras unserer Testkandidaten. Lesen Sie dann auf der folgenden Seite, welche Schritte Sie für eine gute Performance übernehmen sollten.