Microsofts Lizenzmodelle

So klappt’s mit Office 2013

03.02.2013 | von Dr. Bernhard Schweitzer
Die neue Version von Microsoft Office ist ab sofort erhältlich. Unternehmen müssen sich entscheiden: Sollen sie umsteigen? Welche Lizenz ist sinnvoll?
Foto: Microsoft

Neue Programmversionen sind ein zweischneidiges Schwert: Einerseits wollen Unternehmen die neuesten Funktionen nutzen, andererseits müssen sich die Mitarbeiter an neue Oberflächen gewöhnen und IT-Kollegen die Kompatibilität mit bestehenden Systemen testen. Gleichzeitig müssen sie abschätzen, welche Mitarbeiter welche Versionen benötigen und wie viele Lizenzen das Unternehmen kaufen soll. Schließlich kosten zu viele Lizenzen oder ungeeignete Versionen unnötig Geld. Zu wenige Lizenzen stellen ein Risiko bei Betriebsprüfungen dar. Entsprechend sind bei jeder neuen Version die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Varianten genau abzuwägen. Dies gilt natürlich auch für Office 2013.

Die neueste Office-Version beeindruckt vor allem mit kollaborativen Features. Cloud-Integration und die Einsatzmöglichkeiten auf mobilen Endgeräten wurden deutlich optimiert. Anwender können Dokumente beispielsweise per Default direkt in der Cloud speichern oder den Messenger in Sekundenschnelle starten. Auch die mobile Lauffähigkeit und Touch-Funktionen wurden deutlich ausgebaut. Bei den Bearbeitungsmöglichkeiten für Texte, Tabellen oder Präsentationen gibt es naturgemäß weniger Verbesserungen - diese scheinen langsam ausgereizt. Rein optisch wartet Office 2013 mit einer völlig überarbeiteten Oberfläche auf, die dem "Look and Feel" des Touch-optimierten Windows 8 angepasst ist. Das Design mag Geschmackssache sein, aber zweifelsohne stehen häufig genutzte Funktionen nun nach wenigen Mausklicks bereit.

Nicht alles ist für jeden geeignet

Doch Touch-Bedienung, Mobilität und Kollaboration ist nicht für jeden Mitarbeiter wichtig. So dürften Controller, die vorwiegend Excel-Tabellen bearbeiten, oder Kollegen am Empfang wenig damit anfangen können. Dagegen werden Außendienstmitarbeiter, Contact-Center-Kollegen oder Mitglieder von Projektteams begeistert sein. Entsprechend sollte jedes Unternehmen prüfen, für welche Abteilungen und Mitarbeiter die neuen Versionen von Vorteil sind.

Langfristig wird sich Office 2013 aber unternehmensweit durchsetzen. Denn erstens fühlen sich Kollegen mit der "alten Version" benachteiligt und zweitens verkauft Microsoft im Rahmen des Volumenlizenzprogramms nun sowieso nur noch die neue Version. Entsprechend bleibt für Unternehmen die Frage, ab wann und für welche Abteilungen sie zuerst Office 2013 einführen. Dabei sollten sie auch prüfen, ob sie zu viele oder zu wenige Lizenzen einsetzen. Denn Studien haben gezeigt, dass die meisten deutschen Unternehmen nicht korrekt lizenziert sind. Sie geben in einigen Bereichen zu viel Geld aufgrund nicht benötigter Lizenzen aus, während sie in anderen Bereichen durch Unterlizenzierung ein Rechtsrisiko eingehen. So sollten sie sich vor der Migration ein klares Bild vom vorhandenen Bestand verschaffen.

Office oder Office 365?

Bei den fest installierten Office-Versionen dürfte Unternehmen die Entscheidung für die richtige Variante für ihre Mitarbeiter leicht fallen. Während sich "Home and Student" an Privatnutzer richtet und kein Outlook enthält, ist die Professional Plus-Version mit Access und Publisher für viele Mitarbeiter überdimensioniert. So bleibt fast nur noch die "Home and Business". Spannender ist die Frage, ob die fest installierte Variante überhaupt genutzt werden soll oder gleich die Cloud-Version Office 365. Diese besitzt eine weitgehend identische Oberfläche und einen nur leicht abgespeckten Funktionsumfang, der im Alltag kaum auffällt.

Viele Unternehmen werden im ersten Moment zwar zurückschrecken beim Gedanken, Anwendungen und darin gespeicherte Informationen der Cloud anzuvertrauen. Doch Office 365 muss nicht in der Public Cloud von Microsoft betrieben werden, sondern funktioniert auch in Private- oder Hybrid-Cloud-Umgebungen. Somit sind die Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Performance relativ einfach zu gewährleisten. Zudem lassen sich nach jetzigem Wissensstand auch gemischte Umgebungen aus Office 2013 und Office 365 ohne größere Herausforderungen realisieren.

Diese zahlreichen Varianten ermöglichen Unternehmen zwar eine individuelle Ausstattung ihrer Mitarbeiter, doch ein Versions-Zoo beeinträchtigt den Überblick und führt häufig zu Unter- oder Überlizenzierung. Eine Einheitsausstattung wird aber den heutigen Anforderungen der Mitarbeiter nicht gerecht. Hier lässt sich der ideale Kompromiss nur individuell finden.

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Der Autor

Dr. Bernhard Schweitzer ist Director Services bei Insight Deutschland.

Im Video: Excel 2013 für Profis - Neuerungen beim Menüband

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Macianerin
Microsoft versucht mit dem Abosystem die Nutzer von sich abhängig zu machen. Als Dauermelkvieh bin ich mir zu schade. Ich kaufe Studentenversionen und nutze die über mehrere Jahre -- klar paßt das nicht Microsoft, aber meinem Portemonaie.

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