Workarounds

So geht’s schon jetzt: Drucken via Office for iPad

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Wer Microsoft-Office-Dokumente über das iPad ausdrucken will, kommt an Apples Wireless-Printing-Protokoll AirPrint kaum vorbei. Dieses wird leider noch nicht von der neuen Microsoft-Lösung unterstützt. Es gibt jedoch Workarounds, um dennoch seine Dokumente vom Apple-Tablet auf Papier zu bringen.
Unerwartete Eintracht: Apple-Geräte auf einer Microsoft-Veranstaltung
Unerwartete Eintracht: Apple-Geräte auf einer Microsoft-Veranstaltung
Foto: Microsoft

Microsoft hat mit der Ende März vorgestellten Office-Suite für das iPad offenbar einen Volltreffer gelandet. Die drei kostenlosen iPad-Apps „Word“, „Excel“ und „Powerpoint“ klettern schon kurz nach der Bereitstellung an die Spitze des iTunes-AppStore und scheinen diese Position auch so schnell nicht mehr zu räumen. „Looks like it’s a productive Friday for iPad owners”, twitterte Microsoft-CEO Satya Nadella erfreut.

Während die Office-Produkte in ersten Tests weitgehend überzeugten, fehlt jedoch die Druckfunktion für AirPrint - sie wurde schlichtweg noch nicht implementiert, soll aber schon bald nachgereicht werden. Bis es soweit ist, muss man jedoch nicht auf seine Ausdrucke verzichten - es gibt Workarounds.

Drucken via AirPrint

Voraussetzung für das Drucken via AirPrint ist natürlich, dass der Drucker Apples proprietäres Wireless-Printing-Protokoll prinzipiell unterstützt. Die Informationen dazu findet man unter anderem in der Gebrauchsanweisung des Printers oder auf einer speziellen Info-Website von Apple. Dabei kann es gut möglich sein, dass der Drucker AirPrint-tauglich ist, dafür aber ein Firmware-Update benötigt.

Ist diese Voraussetzung gegeben, ist es schon fast geschafft: Man speichert das Dokument in OneDrive oder OneDrive for Business und öffnet es dann im Safari-Browser über die Web-App Office Online. Hier findet sich dann unter "Datei" der Menüpunkt Drucken. Wählt man die Funktion, bringt Office Online das Dokument in eine druckerfreundliche Ansicht. Konkret bedeutet dies bei Word, dass es gespeichert und als PDF-Datei dargestellt wird. In Excel gibt es noch einen Zwischenschritt. Anschließend wählt man im Safari-Menü die Share-Funktion und hier wiederum Drucken aus und die Aufgabe ist geschafft.

Tools wie der PDF Converter sind nicht billig, aber in der Regel sehr vielseitig.
Tools wie der PDF Converter sind nicht billig, aber in der Regel sehr vielseitig.
Foto: Xu Jianwei

Alternativ kann man die Word-, Excel- oder Powerpoint-Datei auch über eine andere iOS-Anwendung öffnen, die AirPrint unterstützt. Dazu zählt etwa das hauseigene iWork oder Quickoffice. Eine weitere Möglichkeit sind Apps, die Dokumente in PDFs umwandeln und - selbstverständlich - auch AirPrint-fähig sind. Diese Konvertierungslösungen, beispielsweise "PDF Printer for iPad" von Darsoft Inc. (iTunes-Link) oder "PDF Converter" von Xu Jianwei (iTunes-Link). Entsprechende Lösungen sind in der Regel nicht gratis (Adobe-Lizenz?), bieten jedoch eine Reihe von Zusatzfunktionen.

Wer kein hundertprozentig akkurates Ergebnis benötigt, kann sich das Dokument auch selbst per Mail schicken und den Anhang von dort ausdrucken.

Drucken mit Printer-App

Unterstützt der Printer kein AirPrint, muss der Ausdruck von Office-Dokumenten auf dem iPad nicht unbedingt komplizierter werden. Einige Druckerhersteller, etwa Epson, HP oder Samsung bieten bereits eigene Apps für das Drucken via iPhone, iPad und andere mobile Geräte an. Auch hier kann man natürlich nicht direkt aus der Anwendung heraus drucken, das Dokument muss in der Regel in der Cloud zwischengespeichert oder in ein PDF umgewandelt werden.

Indirektes Drucken über Computer

Auch wenn der gewünschte Printer kein AirPrint unterstützt und es auch keine speziellen Apps dafür gibt, muss man die Flinte nicht ins Korn werfen. So gibt es eine Reihe von Lösungen, um aus der Cloud Drucker anzusprechen, die mit einem Computer mit Netzzugang verbunden sind. Eine davon ist das kostenlose Tool ThinPrint Cloud Printer von Cortado.

Hierbei wird das Dokument nach der Bearbeitung in OneDrive gespeichert und im Anschluss über die App ThinPrint Cloud Printer geöffnet. Der Druckvorgang startet danach automatisch.

Voraussetzung ist hierbei ein Desktop-PC mit Netzzugang und - natürlich - angeschlossenem Printer. Wegen dieser Anforderung stellt sich natürlich die berechtigte Frage, warum man nicht gleich von dem PC aus auf OneDrive zugreift und sich das Dokument holt…Option vier.

Weitere allgemeine Details zum Drucken mit iPhone oder iPad finden Sie in unserem gleichnamigen Workshop.