Tipps für Fach- und Führungskräfte

So finden Sie Ihren Traumjob

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Freie Stellen gibt es zurzeit viele. Doch Sie sollten wählerisch sein, wenn es um Ihre neue Position geht. Frank Adensam sagt, was Sie beachten sollten.

Die Auftragsbücher der meisten Unternehmen sind randvoll. Also suchen sie wieder verstärkt qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Für Top-Arbeitskräfte bedeutet dies: Sie haben keine Schwierigkeiten, irgendeinen Job zu finden. Doch die Frage lautet anders: Wie bekomme ich meinen Traumjob?

Tatsächlich der Traumjob? Gucken Sie genau hin, wenn Sie sich bewerben.
Tatsächlich der Traumjob? Gucken Sie genau hin, wenn Sie sich bewerben.
Foto: Fotolia, Eisenhans

"Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft." Solche Schlagzeilen liest man seit Monaten in den Zeitungen. Denn die Auftragsbücher der Firmen sind voll. Also stellen sie wieder Fach- und Führungskräfte ein. Für Top-Arbeitskräfte, die eine neue Stelle suchen, stellt sich somit nicht die Frage: Finde ich einen Job? Die Frage lautet vielmehr: Wie bekomme ich meinen Traumjob? Denn die wahren Traumjobs sind weiterhin rar und heiß umkämpft.

Um sie bewerben sich zumeist viele gute Arbeitskräfte. Also lautet die Kernfrage: Wie habe ich bei der Jobsuche am Ende die Nase vorne? Denn beim Sich-Bewerben ist es wie bei den olympischen Spielen: Die "Goldmedaille" wird nur ein Mal vergeben. Wer aus dem Bewerbungsrennen als zweiter Sieger hervorgeht, steht mit leeren Händen da. Deshalb hier einige Tipps, wie Sie eine Top-Stelle ergattern.

Schärfen Sie Ihr Profil

Für berufserfahrene Fach- und Führungskräfte gilt: Sie haben bei der Bewerberauswahl nur die Nase vorn, wenn ihr Profil genau den Anforderungen des Unternehmens entspricht. Denn Berufserfahrenen gestehen Unternehmen meist keine lange Einarbeitungszeit zu. Sie sollen vom ersten Tag an funktionieren.

Analysieren Sie deshalb, bevor Sie sich bewerben, präzis: Welches Know-how und welche Erfahrung habe ich? Und überlegen Sie dann im zweiten Schritt: Welche Fähigkeiten machen mich beim Unternehmen x oder y zum idealen Bewerber? Und: Welche Erfahrungen qualifizieren mich als "Spezialist für..."? Außerdem: Welche Pfunde kann ich folglich beim Mich-Bewerben in die Waagschale werfen.

So banal dies klingt, Fakt ist: Das wissen viele Berufserfahrene nicht. Denn meist erscheint ihnen das, was sie in zurückliegenden Jahren taten, als selbstverständlich. Deshalb ist ihnen auch nicht bewusst ist, welche Fähigkeiten und "Trümpfe" sich hinter ihrer Erfahrung verbergen - sofern sie diese an der richtigen Stelle ausspielen.

Analysieren Sie deshalb genau Ihren beruflichen Werdegang und Ihr Tätigkeitsfeld in den zurückliegenden Jahren. Und geben Sie sich dabei nicht mit so oberflächlichen Aussagen wie "Erfahrung als Projektleiter in der Baubranche" zufrieden. Werden Sie konkreter. Nehmen Sie Stift und Papier und listen Sie auf: Was habe ich gemacht, und was waren die besonderen Herausforderungen dabei? Denn nicht jeder Projektleiter hat zum Beispiel Erfahrung mit Großprojekten, bei denen es galt, die Zusammenarbeit von Dutzenden von Unternehmen aus dem In- und Ausland zu koordinieren? Und wie viele Projektleiter in Deutschland haben Erfahrung mit solch hochpolitischen Projekten wie Stuttgart21? Vielleicht ein, zwei Dutzend?

Genau diese Spezialkenntnisse und Erfahrungen sind es aber, die Sie zu einer sehr attraktiven Arbeitskraft machen - sofern Sie sich beim richtigen Unternehmen bewerben. Einer Arbeitskraft zudem, die ein Arbeitgeber gerne überdurchschnittlich bezahlt.

Vielen Berufstätigen fällt eine solche Analyse ihrer Fähigkeiten schwer. Ihnen auch? Dann suchen Sie sich einen Sparring-Partner - im Idealfall einen versierten Manager oder berufserfahrenen Karriereberater. Seine zentrale Aufgabe ist es immer wieder gezielt zu fragen: "Vor welchen Herausforderungen standen Sie bei der Aufgabe ...?" "Was haben Sie da konkret gemacht?", "Warum funktionierte das so gut?" Denn erst durch dieses Rück- und Nachfragen wird konkret fassbar, was Ihre Kompetenz ausmacht und Sie von anderen Stellensuchern mit einer ähnlichen Biografie unterscheidet.