Solid State Disk und Flash im Test

So finden Sie die schnellste SSD

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Wer IT-Systeme mit SSD-Komponenten aufrüsten will, muss dafür nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Doch wenn es um hohe Leistung geht, empfehlen sich professionelle Flash-Speicher. Wir haben die schnellsten SSDs auf den Prüfstand gestellt.

Vor allem SSDs mit SLC-NAND-Technik eignen sich für besonders leistungshungrige Anwendungen etwa in Server-Systemen. Hinter dem Kürzel SLC verbirgt sich die Single Level Cell: Eine Flash-Zelle speichert dabei jeweils nur ein Bit. Letzteres definiert sich durch einen festgelegten Spannungslevel. Bei der SSD-Variante Multi Level Cell (MLC) hingegen werden in einer Zelle zwei oder vier Bitzustände hinterlegt. Allerdings erfordert das Auslesen verschiedene Vergleichsspannungen. Damit sinkt die Leistung tendenziell wieder. Andererseits ermöglichen MLC-SSDs höhere Kapazitäten und kosten weniger.

Flash-Speicher mit SLC-Nand-Technik halten dafür länger. IT-Profis verwenden deshalb gerne SLC-basierende SSDs. Intel etwa garantiert für seine SLC-Variante X25-E wahlfreie Schreibvorgänge bis zu einem Petabyte. Damit könnte der Flash-Speicher theoretisch innerhalb von fünf Jahren täglich fast 548 GByte schreiben, bevor die SLC-Zellen keine elektrischen Ladungszustände mehr speichern kann. Für die MLC-Produkte X25-M verspricht Intel bei einer Nutzungsdauer von fünf Jahren nur etwa 20 GByte wahlfreie tägliche Schreibvorgänge.

Dennoch garantieren SLC-NANDs noch keine herausragende Leistung des SSDs. Ausschlaggebend dafür sind die für die Laufwerke eingesetzten Controller sowie der damit verbundene Cache. Denn die sequenziellen Lese- und Schreibraten alleine sagen über die Performance der SSD im Praxisbetrieb relativ wenig aus. Im Test der CW-Schwesterpublikation TecChannel überzeugten insbesondere Solid State Disks mit den Controllern Indilinx Barefoot IDX und Intel PC29AS21AA0. Die Controller ermöglichen hohe Bandbreiten und steuern einen Cache mit Größen von 16 bis 64 MByte an. Eine Sonderstellung nimmt der neue SandForce-Controller SF-1500 ein. Er nutzt spezielle Algorithmen und verzichtet auf einen externen Cache. Stattdessen kommt ein kleiner integrierten Puffer zum Einsatz.

Im Folgenden präsentieren wir fünf SSD-Laufwerke mit 32 bis 120 GByte, die in den Tests insgesamt die höchste Leistung zeigten. Die Produkte kosten jeweils um die 400 Euro.