Schutz für sensible Daten

So finden Sie die richtige Verschlüsselungssoftware

Otfried Köllhofer hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Zu seinen Fachgebieten gehören Softwareentwicklung, Software Quality Management und IT-Security. Seit 2013 zeichnet er als Vice President of Product Management bei der CenterTools Software GmbH verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die stetige Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Security Software DriveLock. In der Vergangenheit war er unter anderem als Senior Director Process (Operations & Quality Management) der Open Text Corporation und als Leiter IT Infrastruktur und Applikationen bei der Max-Planck-Gesellschaft tätig.
Mit der zunehmenden Vernetzung der Gesellschaft wird es immer wichtiger, sensible Daten zu schützen. Lesen Sie hier, was gute Verschlüsselungssoftware ausmacht.

Erst kürzlich erschütterte ein Cyberangriff auf den Bundestag die ganze Nation. Mittlerweile verstreicht kaum ein Tag ohne neuen Datenschutzskandal. Vor diesem Hintergrund wird es immer wichtiger, Daten in der Cloud, auf dem Tablet oder Laptop zu verschlüsseln und so vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Auf die folgenden Punkte sollten Unternehmen bei der Wahl der Verschlüsselungssoftware achten:

Wer Verschlüsselungssoftware für Unternehmen sucht, sollte auf die zentrale Verwaltung aller Arbeitsplätze Wert legen.
Wer Verschlüsselungssoftware für Unternehmen sucht, sollte auf die zentrale Verwaltung aller Arbeitsplätze Wert legen.
Foto: weerapat1003 - Fotolia.com

Welche Daten möchten Sie schützen?

Möchten Sie nur einzelne Dokumente oder lieber die gesamte Festplatte schützen? Es gibt spezielle Verschlüsselungssoftware für beide Ziele: Die Datei- und Ordnerverschlüsselung eignet sich vor allem dann, wenn mehrere Personen an einem Computer arbeiten. Sie ermöglicht, dass jeder Nutzer einen persönlichen Ordner mit verschlüsselten Dateien anlegen kann. Je nach Wunsch kann den Kollegen dann der Zugriff erlaubt oder verweigert werden. Bei Verlust des Computers garantiert diese Form der Verschlüsselung allerdings keine 100-prozentige Sicherheit, denn temporäre Dateien oder Sicherungskopien können auch schon einmal in einem unverschlüsselten Ordner landen.

Die Festplattenverschlüsselung hingegen schützt alle Daten, die in einem Computer gespeichert sind. Wird ein Laptop gestohlen, findet ein Hacker damit im besten Fall Datensalat. Der Besitzer des Notebooks hingegen, kann bequem und wie gewohnt mit dem Notebook arbeiten, sobald er sein Kennwort eingegeben hat. Eine sichere Lösung bietet Verschlüsselungssoftware, mit der die gesamte Festplatte ebenso wie einzelne Dateien oder Ordner verschlüsselt werden können.

Tipp: Wer seine verschlüsselten Daten zu jeder Zeit flexibel nutzen möchte, sollte darauf achten, dass die Verschlüsselungssoftware auch Cloud-Dienste oder externe Datenträger wie USB unterstützt.

Verschlüsselungssoftware ohne Hintertüren

Einige Anbieter, gerade aus den USA, integrieren sogenannte "Backdoors" in ihre Verschlüsselungssoftware, damit Behörden oder Geheimdienste im Verdachtsfall auf die Daten zugreifen können. Diese Hintertüren sind Schwachstellen im System, über die auch Hacker leicht eindringen können. Achten Sie daher bei der Wahl der Verschlüsselungssoftware darauf, dass Hersteller sich nicht zur Weitergabe vertraulicher Daten an ausländische Geheimdienste und Sicherheitsbehörden verpflichtet haben.

Verschlüsselungssoftware: Aktuelle Standards

Es gibt verschiedene Verfahren, um Daten sicher zu verschlüsseln. Aktuell gilt die AES-Verschlüsselung (Advanced Encryption Standard) als "state of the art". Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Verschlüsselungssoftware bei einer eingehenden Krypto-Analyse auf Sicherheitslücken untersucht wurde.

Darüber hinaus ist es üblich, bewährte Verfahren mit der Brute-Force-Methode zu knacken, bei der alle möglichen Passwörter systematisch durchprobiert werden. Ein gutes Verfahren hält Hacker-Angriffen mindestens ebenso lange stand, wie die Brute-Force-Methode benötigen würde.

Tipp: Wer Verschlüsselungssoftware für Unternehmen sucht, sollte auf die zentrale Verwaltung aller Arbeitsplätze Wert legen. Sie ermöglicht beispielsweise vergessene Passwörter wieder herzustellen.

Das A und O: Nutzerfreundlichkeit

Die Bedienoberfläche der Verschlüsselungssoftware sollte einfach und intuitiv gestaltet sein, denn je komplexer ein Programm ist, desto wahrscheinlicher werden Fehler in der Anwendung. Damit einher gehen häufig Sicherheitslücken, die sich Cyberkriminelle zunutze machen.
Bei kostenloser Verschlüsselungssoftware wird der Fokus häufig allein auf die Funktionalität gelegt, während Konzeption, Nutzerrfreundlichkeit und Design hintan stehen. Die empfehlenswerte - und kostenlose - Verschlüsselungssoftware Truecrypt wird seit Mitte 2014 nicht mehr aktualisiert. Aktuell gibt es (noch) keine vergleichbaren Alternativen im Open-Source-Bereich.

Tipp: Bevor Sie sich für eine Verschlüsselungssoftware entscheiden, sollten Sie testen, ob Sie mit der Nutzerführung zurechtkommen. Meist gibt es zu diesem Zweck eine kostenlose Testversion.

Fazit

Wenn Sie bei der Wahl Ihrer Verschlüsselungssoftware auf Flexibilität, keine Hintertüren und Nutzerfreundlichkeit achten, sind Sie auf dem besten Weg für mehr Datensicherheit. Wer ein Faible für IT hat, kann sich unter den Open-Source-Lösungen umsehen. (bw)