Generation 40 plus

So bleiben Sie attraktiv für Ihren Arbeitgeber

Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
Ist man mit über 40 auf dem absteigenden Ast und chancenlos auf dem Arbeitsmarkt? Noch lange nicht - wenn man etwas dafür tut!
Auch über 40-Jährige haben noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie etwas dafür tun.
Auch über 40-Jährige haben noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie etwas dafür tun.
Foto: Fotolia, Yuri Arcurs

Die Rente mit 67 wird von vielen Menschen als blanker Hohn empfunden. Spätestens ab Mitte 40 ist man auf dem Arbeitsmarkt doch sowieso nicht mehr gefragt und hat, selbst wenn man nicht arbeitslos wird, doch keine Entwicklungschancen mehr - oder? Ganz so ist das nicht, sagt Barbara Kettl-Römer in ihrem neuen Ratgeber "Ü40 und top im Job", der im Linde Verlag erschienen ist. Mit 40 plus ist man noch lange nicht auf dem absteigenden Ast und chancenlos auf dem Arbeitsmarkt - vorausgesetzt, man tut etwas dafür.

Viele Unternehmen machen sich bereits Gedanken darüber, wie sie die Anforderungen der Zukunft mit einer alternden Belegschaft bewältigen sollen. Sie haben das "Employability Management" entwickelt, das dafür sorgen soll, dass Arbeitnehmer möglichst lange beschäftigungsfähig bleiben. Wie "employable" ein Mitarbeiter ist, hängt nämlich nicht allein von seinem Fachwissen ab, sondern vor allem auch von seinen überfachlichen Fähigkeiten und Eigenschaften.

Selbstverantwortung übernehmen

In ihrem Buch "Ü40 und top im Job" schildet die Autorin, wie gerade Arbeitnehmer jenseits der 40 diese erfolgsentscheidenden Fähigkeiten entdecken, stärken und offensiv einsetzen können, um sich auf dem internen wie externen Arbeitsmarkt zu behaupten. Entscheidend dabei ist die Selbstverantwortlichkeit: Sich bis zur Rente beschäftigungsfähig zu halten, ist eine Entwicklungsaufgabe und -chance für die Arbeitnehmer selbst. Vorgestellt und diskutiert werden auch die anderen Elemente der Arbeitsmarktfitness:

  • Reflexion,

  • Initiative,

  • Lern- und Veränderungsbereitschaft,

  • Kommunikations- und Teamfähigkeit,

  • Frustrationstoleranz und

  • Realismus.

Barbara Kettl-Römer hat mit verschiedensten ExpertInnen - mit Arbeitsvermittlern, Personalmanagern, Unternehmensberatern, Psychologen und Wissenschaftlern - gesprochen, um herauszufinden, welche Rolle diese Elemente im Arbeitsleben spielen und wie sie trainiert werden können. Der Ratgeber soll so als Grundlage für ein eigenes Arbeitsmarktfitness-Programm dienen und dabei helfen, vom passiven "Arbeit-Nehmer" zum aktiven "Arbeitsmarkt-Unternehmer" zu werden. Praxis-Beispiele, Anleitungen und Checklisten helfen dabei, diese Anregungen umzusetzen.

Wir haben mit der Autorin gesprochen:

CW: Warum ist das Alter 40 und darüber auf dem deutschen und österreichischen Arbeitsmarkt eine derart magische Zahl, ab der die Jobchancen drastisch schwinden?

Kettl-Römer: Also es ist sicher nicht so, dass mit 39 noch alles in Ordnung ist und man einen Tag nach dem 40. Geburtstag plötzlich einen Stempel "altes Eisen" auf der Stirn trägt. Trotzdem ist ein "Thirtysomething" irgendwie noch jung, ein Vierziger aber nicht mehr. Mit 40 ist man keine hoffnungsvolle Nachwuchskraft mehr, der man viel Entwicklungspotenzial einräumt, sondern man muss sein Potenzial bereits ausschöpfen und demonstrieren, dass man etwas kann.

Wer mit Anfang 40 im Berufsleben steht, hat seinen beruflichen Weg im Prinzip gefunden, hat einiges an Erfahrung gesammelt, hat sich eventuell an einen Partner gebunden, vielleicht eine Familie gegründet. Damit sind Sie einfach nicht mehr so hungrig, unbedingt einsatzbereit und flexibel wie ein jüngerer Kollege, der noch dabei ist, sich und seinen Weg zu finden. Von "nicht mehr so hungrig und flexibel" ist es dann oft nicht mehr weit zu "unflexibel und zu wenig leistungsbereit" - jedenfalls in den Köpfen vieler Führungskräfte.