Yoga statt Burnout

So bleiben Mitarbeiter gesund und motiviert

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter lohnen sich. Dabei müssen die Kosten gar nicht hoch sein.

Die IT-Branche pflegt immer noch ein jugendliches Image, doch ihre Protagonisten altern. Mit den Jahren schwindet die Begeisterung für durchgearbeitete Nächte, Pizza und Cola. Der Rücken schmerzt, der Hüftspeck nimmt zu, und die ständige Rufbereitschaft stört den Familienfrieden. Was zu Beginn des Berufslebens aufregend war, wird für manchen IT-Mitarbeiter zur Dauerbelastung. Einige macht es krank.

Foto: Fotolia/Imagery Majestic
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Das Forschungsprojekt "Diwa-IT - Gesund arbeiten, gesund bleiben in der IT-Wirtschaft" untersucht, welchen besonderen Belastungen IT-Wissensarbeiter ausgesetzt sind. Die Betreiber entwickeln während der dreijährigen Laufzeit bis Mai 2010 zusammen mit den beteiligten Unternehmen und deren Mitarbeitern Konzepte und Präventionsmaßnahmen, die helfen sollen, mit dem wachsenden Druck umzugehen und dabei gesund zu bleiben. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, dem Institut für sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München sowie dem Büro Moderne Arbeitszeiten in Dortmund.

Erste Warnsignale des Körpers werden ignoniert

Das Erkrankungsrisiko für IT-Angestellte ist besonders hoch, wie erste Studienergebnisse belegen. Doch paradoxerweise lässt sich die erhöhte Anfälligkeit für Stress, Burnout und psychosomatische Erkrankungen zunächst nicht am erhöhten Krankenstand eines Unternehmens ablesen. Während ihrer Befragungen und Interviews in den Firmen fiel den Forschern auf, dass die Betroffenen anfängliche Warnsignale des Körpers systematisch ignorieren. Manche gönnen sich allenfalls mit Hilfe ihres Überstundenkontos eine Verschnaufpause. In einer jungen, erfolgsgetriebenen Branche, in der die meisten mit Begeisterung arbeiten, widersprechen körperliche Schwächen dem Arbeitsethos.