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SMS mit Verfallsdatum

27.03.2006
Neuer Dienst schützt vertrauliche Kurzmitteilungen vor unerwünschten Blicken.

Egal, ob via SMS übermittelte Liebesschwüre oder vertrauliche Geschäftsinformationen - von manchen diskreten Kurzmitteilungen wünscht man sich, dass sich diese nach dem ersten Lesen in Wohlgefallen auflösen. Nachdem ein entsprechender Dienst in Großbritannien, dem Land der Geheimagenten, bereits seit Ende vergangenen Jahres verfügbar ist, bietet nun die Berliner Firma mmsclick.de auch in Deutschland sich selbstzerstörende SMS an. Empfänger können die Nachrichten nur einmal lesen, danach werden sie automatisch gelöscht.

Was auf den ersten Blick als Killerapplikation für schüchterne Teenies erscheint, eignet sich angeblich auch ideal für die Berufswelt. So sieht Miguel Bastl, Geschäftsführer von mmsclick.de, das Produkt "secretSMS" als Antwort auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das jüngst die Beschlagnahmung von Kurzmitteilungen auf Mobiltelefonen genehmigt hat: "Mit Hilfe von secretSMS kann man sicher sein, dass vertrauliche Daten nicht in falsche Hände geraten."

Bei der Umsetzung gelangt das gute alte WAP-Portal zu neuen Ehren: Der Empfänger der sicheren SMS-Nachricht erhält zuerst nur eine Kurzmitteilung mit der Handy-Nummer des Absenders, einem kurzen Hinweistext und einem WAP-Link. Auf der WAP-Seite kann er dann die vollständige SMS lesen, und der Absender erhält per E-Mail eine Bestätigung, dass der Text gelesen und gelöscht wurde. Der Versand einer secretSMS kostet zwölf Cent zuzüglich der Übertragungskosten für die WAP-Seite. Grundgebühr oder ein Mindestumsatz fallen nicht an. (mb)