Smarte IoT-Szenarien bei der Telekom

Smart parken und schlau trinken

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Mit IoT-Starterpaketen will die Deutsche Telekom Unternehmen das Internet of Things (IoT) schmackhaft machen. Außerdem stellt der Carrier bei seinem CeBIT-Auftritt 2017 die Schmalband-Funktechnik NarrowBand IoT (NB-IoT) in der Vordergrund, deren Rollout nun erfolgen soll.
T-Systems-Chef Reinhard Clemens zeigt auf der CeBIT in Hannover die Smart City-Lösung zum vernetzten Parkplatz.
T-Systems-Chef Reinhard Clemens zeigt auf der CeBIT in Hannover die Smart City-Lösung zum vernetzten Parkplatz.
Foto: Deutsche Telekom

Showcases dazu, wie sich Maschinen und Geräte vernetzen und überwachen lassen, zeigt der Messestand der Telekom in Halle 4 Stand C 38. Bereits am Sonntag vor der Messeeröffnung präsentierte der TK-Konzern das Starterpaket "Cloud der Dinge" für Unternehmen, die sich mit dem IoT vertraut machen möchten. Ohne Spezialwissen können die Betriebe demnach erste Maschinen und Geräte vernetzen, lokalisieren, überwachen und vorausschauend warten.

IoT-Starter-Kits sollen den Unternehmen den Einstieg ins Internet der Dinge erleichtern.
IoT-Starter-Kits sollen den Unternehmen den Einstieg ins Internet der Dinge erleichtern.
Foto: Deutsche Telekom

Das Starterpaket beinhaltet Sensoren, die die Position sowie Temperatur, Erschütterung oder Feuchtigkeit messen. Ein Mobilfunkmodul sendet die Daten zu einer IoT-Plattform, wo Nutzer sie über ein Webportal abrufen können. Dier Telekom verlangt für die Hardware einmalig 199 Euro und monatlich ab 5,95 Euro für Cloud-Service und Datenübertragung. Außerdem gibt es ein "Predictive Maintenance"-Bundle , das zusätzlich eine Verbindung zur "Azure"-IoT-Suite von Microsoft bietet. Dieses IoT-Paket kostet monatlich ab 9,95 Euro pro vernetzte Maschine.

NarrowBand IoT

Einen Schwerpunkt auf der Messe stellt zudem die bereits auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorgestellte Schmalband-Technik NarrowBand IoT (NB-IoT) dar. Sie zeichnet sich den Angaben zufolge durch hohe Reichweite und Gebäudedurchdringung bei gleichzeitig niedrigem Energieverbrauch und niedrigem Stückpreis der Module aus. Wie die Telekom versichert, erreicht NB-IoT hochskalierbare Anwendungen, die zuvor technisch oder wirtschaftlich nicht möglich waren.

Die Telekom präsentierte hierzu das Beispiel des deutschen Energiedienstleisters Ista, der rund 15 Millionen vernetzte Wasser- und Wärmezähler für Haushalte in Europa betreibt. Er vertraut auf eine NB-IoT-basierte Lösung für vernetzte Wohn- und Geschäftsgebäude. Dabei wird der Energieverbrauch aufgezeichnet, auf einem Display dargestellt und auch gleich abgerechnet. Auf der CeBIT zeigt die Telekom einen Showcase am Beispiel einer Heizungssteuerung für ein Wohnhaus, ein Büro und einen Supermarkt.

Smart Parking

Hamburg und die Telekom wollen in den nächsten Jahren bis zu 11.000 Stellplätze digitalisieren.
Hamburg und die Telekom wollen in den nächsten Jahren bis zu 11.000 Stellplätze digitalisieren.
Foto: Deutsche Telekom

Messebesucher können außerdem eine Smart-Parking-Station am Telekom-Stand sehen. Autofahrer finden mit einer App freie Parkplätze und gelangen mit wenigen Klicks zugleich an einen Parkschein. Der Service soll Städten dabei helfen, Parkflächen besser auszulasten und den Verkehr auf ihren Straßen zu reduzieren.

Aufsehenerregend ist auch das gemeinsame Projekt, das die Bonner mit dem Gläserproduzenten Rastal zeigen. Die Partner wollen das IoT an einen bislang völlig analogen Ort bringen: den Tresen. Über "intelligente Gläser" und eine vernetzte Theke werden Detailinformationen über Getränkeabsatz, Schankverluste etc. erfasst und in die Cloud der Dinge der Telekom übertragen, von wo aus sie dann zu unternehmerisch sinnvollen Daten verwandelt werden können. Wie es auf der CeBIT hieß, könne die Lösung Getränkeherstellern und Gastronomiebetrieben eine neue Form der Kundeninteraktion sowie der Wettbewerbsdifferenzierung ermöglichen. Auf der CeBIT führt die Telekom außerdem das Zapfen der Getränke von unten vor - ebenfalls um Sensorik und digitale Hilfsmittel erweitert.

Schlau Trinken

Das SMARTGLASS von Rastal kommuniziert per NFC mit der Theke.
Das SMARTGLASS von Rastal kommuniziert per NFC mit der Theke.
Foto: Rastal

Die "schlaue Theke" (Smartbar) soll Gastronomiebetreibern helfen, valide Daten für eine bessere wirtschaftliche Planbarkeit zu bekommen - vor allem, wenn mehrere Theken wie beispielsweise in Großdiscotheken, bei Festivals oder Sportveranstaltungen betrieben werden. Getränkelieferungen lassen sich so an den Verbrauch anpassen, Wartezeiten für Gäste und somit Umsatzverluste minimieren und Routen effizienter gestalten. Auch die sinnvolle Personalstärke lässt sich besser berechnen und dank einer Informationserfassung und -auswertung in Echtzeit auch kurzfristig an veränderte Gegebenheiten anpassen.

Das von Rastal entwickelte SMARTGLASS verfügt über einen integrierten Chip, der Informationen zu Füllmenge, Getränkesorte, Zeitpunkt und Ort des Ausschanks enthält. Wird dieses Glas nun auf die Smartbar gestellt, liest diese die Informationen aus und schickt sie über die integrierte Sim-Karte an die Telekom-Cloud. Dort werden die Daten gesammelt, ausgewertet und gegebenenfalls über Dashboards visualisiert. Betreiber von Schanktheken können nun in Echtzeit sehen, welche Theke welchen Getränkeverbrauch hat oder Verbrauchsstatistiken im nach hinein geschäftsoptimierend auswerten.

Die vernetzten Gläser sollen zudem eine neue Art der Kundeninteraktion ermöglichen. Über ein NFC (Near Field Communication)-fähiges Smartphone können auch die trinkenden Gäste den Chip mittels einer von der Telekom entwickelten App auslesen. Der Gastronom hat nun die Möglichkeit, über Gewinnspiele oder Bonusprogramme mit seinen Kunden in Interaktion zu treten. Auch Online-Bestellungen werden so möglich. Die White-Label-App ist im Baukastenprinzip konzipiert und kann auf jede Branche und jeden Kunden unkompliziert und individuell angepasst werden.