App-Baukasten für Non-Coder

smapOne will interne Geschäftsprozesse mobilisieren

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Das Startup smapOne hat einen App-Baukasten für Unternehmen entwickelt, mit dem Mitarbeitern kleine Business-Prozesse selbst in eine App verwandeln können - in 30 Minuten, ohne Programmierkenntnisse und sofort einsatzbereit.
Wie mit einem Lego-Baukasten soll man über die smapOne-Plattform ohne Programmierkenntnisse eigene kleine Apps bauen können.
Wie mit einem Lego-Baukasten soll man über die smapOne-Plattform ohne Programmierkenntnisse eigene kleine Apps bauen können.
Foto: Radu Bercan_shutterstock.com

Obwohl inzwischen viele Unternehmen eine oder mehrere eigene Apps im Einsatz haben, geht es in den Fachabteilungen bei einfachen Prozessen noch weitgehend analog zu. Gründe dafür, warum Mitarbeiter hier häufig nach wie vor Papier und Bleistift greifen, gibt es viele: Die in den vergangenen Jahren häufig zurechtgestutzte IT ist durch die Anforderungen der Abteilungen schlichtweg überfordert, Kapazität und Know-How für die interne Entwicklung von Apps fehlen und der interne Prozess rechtfertigt die Investition von mehreren tausend Euro für eine kleine App zur Prozessoptimierung nicht.

smapOne-CEO und -Mitbegründer Sven Zuschlag
smapOne-CEO und -Mitbegründer Sven Zuschlag
Foto: smapOne

Das muss einfacher gehen, dachte sich auch smapOne-CEO und -Mitbegründer Sven Zuschlag, als er vor einigen Jahren in seiner damaligen Funktion als Channel-Manager von Microsoft eine Feedback-App für eine Partnerveranstaltung suchte. "Wir haben daraufhin maßgeschneiderte Bausteine entwickelt, die die Macher im Unternehmen nutzen können, um sich eine eigene App zusammenzustellen - business-ready - also sofort einsatzbereit", erklärt Zuschlag. Eine einfache App könne man bereits in 30 Minuten bauen und sofort mit Kollegen teilen. Und anschließend übernehme smapOne die Pflege der Plattform - für iOS, Android und Windows Phone/Mobile 10. Bei aktuell 15 Leuten habe man sich dabei schon gut etwas vorgenommen, räumt der smapOne-Chef im CW-Gespräch ein.

Bereitstellung im App-Container

Korrekterweise handelt es sich bei den "Apps" um Progrämmchen, die berechtigte Nutzer über die smapOne-App aufrufen und über ihr mobiles Endgerät nutzen können. Da es sich bei diesem Container um eine native App handelt, können die Anwendungen auf Smartphones auch ohne Internet-Verbindung eingesetzt werden und ermöglichen so - im Gegensatz zu einfachen Web-Formularen - jederzeit das Bearbeiten von Checklisten, Formularen oder Feedback-Bögen.

Um Interessenten den Einstieg in die eigene App-Welt zu erleichtern, stellt smapOne auf seiner Website zahlreiche Video-Tutorials bereit, Beispiele für Apps sollen folgen. Zu den ersten Kunden, die smapOne in der im Juli gestarteten Closed-Beta-Phase nutzen, zählen neben Event-Agenturen und Anlagenbauern auch Energieversorger und Unternehmensbereiche von Großunternehmen. Der Europapark Rust beispielsweise setzt die App ein, um Umfragen unter den Besuchern vorzunehmen, die Wartung der Fahrgeschäfte zu kontrollieren, Mängel aufzunehmen oder den Einsatz von Studenten beim Catering zu planen.

Für die Verteilung der Apps gibt es zwei Möglichkeiten: via Gruppenzirkulation oder individuell. Mit Blick auf die angestrebte Business-Tauglichkeit bietet smapOne außerdem die Option, Nutzern über die Plattform Zugriffsrechte zu erteilen und auch wieder zu entziehen.

Flexibles Preismodell

Um als junges Startup (mit erfahrenen Gründern) im Markt zu reüssieren, bietet smapOne Nutzern die Möglichkeit, den App-Baukasten Plattform kostenfrei zu testen. Später zahlen sie dann per Plattform, nicht per App. Dabei gibt es dann drei Preismodelle:

  • Beim Modell Smart beträgt die Monatsgebühr nur 79 Euro, dafür ist aber die Zahl der Installationen auf 20 beschränkt.

  • Das Modell Business kostet monatlich 249 Euro, die Anzahl der Apps und Nutzer ist frei.

  • Beim Modell Enterprise stellt smapOne auf besonderen Wunsch zusätzliche spezielle App-Bausteine bereit, der Preis ist hier Verhandlungssache.

Erweiterungen geplant

Daneben wird nach dem nun erfolgten Start der App-Plattform sukzessiv an Funktionen für alle gearbeitet. So wird aktuell etwa als native Funktion nur GPS unterstützt. Noch in diesem Quartal sollen aber auch Medien (Bilder/Video via Kamera) integriert werden. Noch für 2015 ist außerdem die Einbindung der REST-Schnittstelle geplant, um Daten anschließend nach Excel zu exportieren.

Für kommendes Jahr haben sich Zuschlag und sein Team dann mittelfristig Themen wie ein erweitertes Daten-Handling auf dem Smartphone, einen verbesserten Export, eine einfache Stammdatenbindung oder App-Sharing-/Community-Features auf die Agenda gesetzt. Nachdem es bereits erste Anfragen gab, ist auch eine Internationalisierung der App geplant.