"Skype for SIP"

Skype startet neue Version für Unternehmen

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Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Skype, die Internet-Kommunikationssparte von eBay (wie lange noch?), startet auf der Suche nach neuen Umsatzströmen eine neue Software speziell für den Unternehmenseinsatz.

Diese soll einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge heute angekündigt werden und sich mit vorhandenen Telefonanlagen integrieren. Mitarbeiter können anschließend In- und Auslandsgespräche mit Skype über ihr normales Bürotelefon führen, statt wie bisher ein Headset in ihren PC stöpseln zu müssen. Skype werde anfänglich etwa 2,1 US-Cent pro Minute für Anrufe zu Festnetz- und Mobiltelefonen verlangen. Benutze die Gegenseite ebenfalls die Skype-Firmensoftware, seien die Telefonate aber - wie bei der Consumer-Variante - kostenlos.

Der aktuelle Consumer-Client Skype für Windows 4.0
Der aktuelle Consumer-Client Skype für Windows 4.0

Die neue Lösung heißt "Skype for SIP" und zielt vor allem auf kleine und mittelständische Unternehmen. Der Name verrät bereits, dass Skype zur Integration in vorhandenen Telefonanlagen auf den VoIP-Standard (Voice over IP, Internet-Telefonie) Session Initiation Protocol (SIP) setzt. Heute beginnt zunächst ein Test mit einer beschränkten Kundenzahl. Später in diesem Jahr soll Skype for SIP dann kommerziell verfügbar werden. Die eBay-Tochter werde überdies ein Programm aufsetzen, um Partner für Verkauf und Support von Skype-Unternehmenslösungen zu zertifizieren, heißt es weiter. Nähere Details dazu seien aber noch nicht bekannt.

Ebay hatte Skype im Jahr 2005 für üppige 2,6 Milliarden Dollar in bar und Aktien übernommen, musste aber zwischenzeitlich einen Großteil davon bereits abschreiben. Der Internet-Händler steht zunehmend unter Druck durch seine Anleger, mit Skype mehr Geld zu verdienen oder die Sparte wieder abzustoßen. Skype hatte im vergangenen Jahr etwa 550 Millionen Dollar umgesetzt, vor allem mit Gebühren für Anrufe zu herkömmlichen Telefonen und kostenpflichtigen Zusatzdiensten wie einem virtuellen Anrufbeantworter.