Zahlen weiter rot

Sky Deutschland legt operativ zu

15.05.2012
Sky Deutschland hat auf dem Weg aus den roten Zahlen weiter Boden gut gemacht.
Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan
Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan

Zwar blieb der Bezahlsender auch in den ersten drei Monaten in den Miesen, konnte aber die Verluste dank eines erneut starken Abo-Zuwachses weiter eindämmen, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Auch der Start ins zweite Quartal sei gelungen, sagte Sky-Chef Brian Sullivan am Dienstag in München.

Unter dem Strich steht zwischen Januar und März ein Minus von 73 Millionen Euro, vor einem Jahr waren es noch knapp 87 Millionen gewesen. Zwar werden die Zahlen auch in gesamten Jahr weiter rot bleiben, doch 2013 soll zumindest vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) der Sprung in die Gewinnzone klappen. Dafür investiert Sky kräftig Geld - und ist auf der Suche nach Partnern, etwa für die Bundesligarechte.

Details zu den Gesprächen wollte Sullivan nicht nennen. "Wir haben in den vergangenen Wochen viele Anrufe bekommen, auch von der Deutschen Telekom", sagte der Manager und betonte, dass es keinen Zeitdruck gebe. Neben den teuer erkauften Fußballrechten lässt sich der Konzern vor allem den Ausbau des Programms einiges kosten, zuletzt mit der Verpflichtung von Late-Night-Talker Harald Schmidt.

Auch der Start des Seriensender Sky Atlantic HD gehört zu den wichtigen Projekten von Sullivan, ebenso der Ausbau der Partnerschaften mit Kabelnetzbetreibern, um neue Kunden zu werben. Denn die Kundenzahl ist am Ende entscheidend. Wie im Startquartal 2011 kamen auch in den vergangenen drei Monaten unter dem Strich rund 73.000 neue Abos hinzu - ein für das traditionell eher schwache erste Viertel erneut starker Wert.

Sky will die Live-Rechte für die Bundesliga auf breiter Front auch mit Partnern vermarkten.
Sky will die Live-Rechte für die Bundesliga auf breiter Front auch mit Partnern vermarkten.
Foto: Sky

Insgesamt hat der Konzern damit nun 3,085 Millionen zahlende Kunden. Im zweiten Quartal dürften weniger neue Kunden dazu kommen, die Zeit zwischen April und Juni gilt wie das ersten Viertel als schwach, es läuft kein Fußball und es herrscht Sommerwetter. Dennoch sei der Start gut gelaufen, sagte Sullivan. Am Markt kamen die zahlen gut an. Die im MDax notierte Aktie legte in den ersten Handelsminuten knapp sechs Prozent zu.

"Die verstärkte Nachfrage nach unserem gesamten Produktportfolio zusammen mit der hohen Kundenzufriedenheits- und Weiterempfehlungsrate unterstreichen unsere starke Dynamik", sagte Sullivan bei der Zahlenvorlage. Dank der wachsenden Nachfrage nach teureren Diensten wie etwa nach hochauflösenden HD-Programmen wuchs noch eine wichtige Kennzahl: der Umsatz pro Kunde.

Dieser Wert stieg verglichen mit dem ersten Quartal 2011 um 1,19 Euro auf 31,76 Euro. Mehr Freude dürfte Sullivan aber ein anderes Detail machen: Die Zahl der Abonnenten, die tief für das komplette Sky-Angebot in die Tasche greifen, hat sich mehr als verdoppelt. Der Anteil der Kunden, die mehr als 50 Euro für ihr Paket bezahlen wuchs im Quartalsvergleich von fünf auf elf Prozent. (dpa/tc)