Talent Management

Skills im Management und BI entwickeln

Tom Bangemann ist Senior Vice President Business Transformation bei The Hackett Group. Er ist auch tätig als Berater, Referent, Autor, Aufsichtsrat und Beirat.
Unternehmenserfolge hängen sehr stark von der Qualität der Mitarbeiter ab. Das aber ist ein Risikofaktor, wie aktuelle Untersuchungen zeigen.

Fähige Mitarbeiter zu rekrutieren, kontinuierlich weiterzubilden und vor allem zu halten, zeichnet erfolgreiche Unternehmen aus. Konsequentes Talent Management nimmt daher eine immer wichtigere und zentrale Rolle ein. Eine Untersuchung der Hackett Group zeigt, dass sich die Führungskräfte der Problematik wohl bewusst sind: 90 Prozent der befragten Manager im Bereich Human Resources und 78 Prozent der Führungskräfte aus dem Finanzbereich stufen die Relevanz der Talentsuche für die Umsetzung der Unternehmensstrategie als "hoch" ein. Diese Einschätzung wird sich sehr wahrscheinlich noch verstärken.

Gezieltes Talent Management im Unternehmen verringert den Aufwand für Recruiting und die Fluktuation.
Gezieltes Talent Management im Unternehmen verringert den Aufwand für Recruiting und die Fluktuation.
Foto: Kirill Wright - shutterstock.com

Besonders dramatisch wirkt sich das Thema Talent Management und die Problematik, geeignetes Personal zu finden und zu halten, aufgrund des folgenden Trends aus: Unternehmen tendieren dazu, transaktionale Aufgaben zentraler Dienstleistungen wie Finance, HR, Procurement und IT zunächst in Shared Service Center (SSC) zu verlagern und schließlich - nach prozess- und serviceorientierten Transformationen - in wertschöpfungszentrierte Global Business Services (GBS) zu bündeln. Dort sollen dann End-to-End-Prozesse die unternehmerische Wertschöpfungskette abbilden und strategisch unterstützen.

Es fehlt an Führungskompetenz

Das Problem dabei: Es wird immer schwieriger, geeignetes Personal für die zunehmend komplexeren Aufgaben der GBS zu finden. Während es beispielsweise leicht ist, für das Finanzwesen Buchhalter zu finden, werden nun in der holistischen GBS-Organisation unter anderem Kompetenz, Sachverstand und Führungsqualitäten für Controlling, Planung sowie Forecasting benötigt.

Zudem, so zeigen die Untersuchungen, fehlen bei jüngeren Mitarbeitern oft ganz banale Management-Skills: Sie haben zwar oft exzellente Fähigkeiten in irgendeinem Fachgebiet, sind aber unfähig, eine Gruppe von zehn oder mehr Mitarbeitern zu führen. Genauso fehlt es ihnen oft am Wissen in Sachen Business Intelligence, also an der Fähigkeit, valide Daten zu generieren und intelligent zu nutzen, zu verknüpfen und strategisch zu verwerten. Diese Talente sind aber Voraussetzung für Budgetplanung, valide Zukunftsprognosen und die Planung von Szenarien, womit Betriebe unvorhergesehenen Entwicklungen vorbeugen können.

Weniger Fluktuation und Recruiting

Die Erhebung der Hackett Group dokumentiert auch, wie sich World-Class-Unternehmen gegenüber der Peer Group (also dem Median der Unternehmen, die unterhalb des obersten Quartils agieren) im Bereich des Talent Management auszeichnen: Sie wenden mehr Zeit für Ausbildung und Personalentwicklung auf und profitieren in der Folge durch weniger Aufwand im Recruiting, Staffing sowie durch eine geringere Fluktuation.

War of Talents verschärft sich

Die angespannte Personalsituation wird sich noch dramatisch verschärfen, weil auch die mehr als 6000 GBS erheblich zum War for Talents beitragen. Diesem Trend trägt die im Herbst 2015 gegründete Association of Certified GBS Professionals nun Rechnung. Die Organisation, in der die britische CIMA (The Chartered Institute of Management Accountants) und The Hackett Group Inc. ihre Kompetenzen in der Förderung des Talent Management kombinieren, bietet folgendes Ausbildungsprogramm in drei Stufen speziell für GBS-Mitarbeiter und Führungskräfte im World Class-Standard an:

• Das seit Anfang 2016 verfügbare Certificate in Global Business Services (GBS), das auf Mitarbeiter mit wenig Erfahrungen in SSC- und GBS-Organisationen abzielt.

• Das ab Mitte 2016 abrufbare Diplom in Global Business Services (DGBS), das sich an das mittlere Management richtet und

• ab dem Frühjahr 2016 das Advanced Diploma in Global Business Services (ADGBS) für Führungskräfte.

Die Teilnehmer der webbasierenden Lehrgänge erwerben nach entsprechenden Prüfungen auch das Recht, die jeweilige Buchstabenkombination ihren Visitenkarten oder Signaturen hinzuzufügen und so ihre GBS-Kompetenz zu belegen. Jeder dieser Ausbildungsstufen ist zudem ein Knowledge Center im Web zugeordnet, wo die Teilnehmer und Absolventen analog zu ihrem Wissenstand Zugriff auf Case Studies, Studien und andere Materialien von CIMA, Hackett und anderen Organisationen haben. Der Inhalt der Center wird regelmäßig aktualisiert und stellt damit sicher, dass die Lernenden und die in Sachen GBS Ausgebildeten permanent auf dem Laufenden bleiben. (pg)