Quartalsbilanz der Siemens-Tochter

SIS stolpert weiterhin

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der jüngste Quartalsabschluss von Siemens IT Solutions and Services (SIS) findet keine Gnade vor den Augen der Ovum-Analysten.

SIS hat im dritten Geschäftsquartal 2008 leichte Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Die Einnahmen schrumpften minimal von 1,257 Milliarden auf 1,255 Milliarden Euro. Schwerer wiegt der Ergebnisrückgang. Das Ebit schrumpfte um drei Prozent von 66 Millionen Euro auf 64 Millionen Euro. Damit reduzierte sich die Marge auf 5,1 Prozent (Vorjahresquartal 5,3 Prozent). Der vom Konzern definierte Zielkorridor liegt zwischen fünf und sieben Prozent. SIS kann die Zielvorgaben damit knapp erfüllen. Immerhin legte der Auftragseingang ordentlich zu. Er verbesserte sich um neun Prozent auf 1,21 Milliarden Euro.

Weniger gut sehen die kumulierten Daten der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres aus. Der Umsatz fiel um zwei Prozent auf 3,861 Milliarden Euro. Das Ergebnis sackte um 42 Prozent auf 99 Millionen Euro. Die EBIT-Marge liegt damit nur noch bei 2,6 Prozent, also deutlich außerhalb des Zielkorridors. Verantwortlich dafür ist vor allem ein marodes Projekt in Großbritannien, das SIS die Bilanz des zweiten Geschäftsquartals verhagelte.

"SIS stehen schwierige Zeiten ins Haus, die Ziele für das ganze Jahr zu erfüllen", kommentierte Ovum-Analystin Cornelia Wels-Maug die jüngsten Geschäftszahlen. Das Management bleibe schmallippig, was wiederum wenig hilfreich sei, Zweifel an der SIS-Zukunft zu beseitigen, bemängelte sie. Die Umsatz-, Ergebnis- und Profitabilitätszahlen haben in den vergangenen Monaten gelitten, eine Ausnahme bildet lediglich der Auftragseingang. Die Ebit-Marge für das Gesamtjahr in den Zielkorridor zu führen, werde eine enorme Herausforderung, so Wels-Maug. Kürzlich erst habe die EU eine Abkühlung des wirtschaftlichen Klimas in Europa veröffentlicht. Und die Geschäfte von SIS und Siemens sind nach wie vor sehr Europa-lastig.