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(N)Onliner-Atlas 2012

Silver Surfer erobern immer stärker das Netz

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Initiative D21 hat die neueste Ausgabe ihres "(N)Onliner-Atlas" veröffentlicht - 75,6 Prozent der Deutschen sind demnach inzwischen "drin".

Die Hürde von 75 Prozent Internetnutzern - 57 Prozent von ihnen sind breitbandig unterwegs - in Deutschland wurde erstmals knapp überschritten. Der geringe Zuwachs von 0,9 Prozent zeige jedoch, dass sich der Trend der vergangenen Jahre bestätigt und die Internet-Zuwachsraten zunehmend stagnieren, so die Initiave D21.

Internet-Nutzung nach Bundesländern 2012
Internet-Nutzung nach Bundesländern 2012
Foto: (N)Onliner-Atlas 2012 / D21

Nur noch wenige Deutsche haben nämlich innerhalb des letzten Jahres das Internet neu für sich entdeckt; auch die Anzahl der sogenannten Nutzungsplaner ist erneut leicht gesunken. Gaben 2011 noch 3,3 Prozent der Deutschen an, das Internet innerhalb der nächsten zwölf Monate erstmals nutzen zu wollen, sind dies 2012 nur noch 3,1 Prozent. Insgesamt wird laut D21 deutlich, dass noch immer ein digitaler Graben durch Deutschland verläuft: 24,4 Prozent der Deutschen nutzen das Internet noch gar nicht.

Für die zwölfte Ausgabe des "(N)Onliner Atlas" führte TNS Infratest im Auftrag von D21 von März bis Juni 2012 über 30.000 telefonische Interviews durch. Gefragt wurde nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand oder Beschäftigung, die detaillierte Rückschlüsse auf die Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern zulassen. Damit bietet die Studie einen ausführlichen Blick auf die derzeitigen Rahmenbedingungen für die digitale Gesellschaft in Deutschland.

Das Internet etabliert sich laut "(N)Onliner-Atlas 2012" immer mehr auch in den Altersgruppen der Gesellschaft, die bislang gemeinhin als weniger online-affin gelten: Den größten Zuwachs weist in diesem Jahr die Altersgruppe der ab 70-Jährigen auf. In dieser Altersgruppe steigt die Internet-Nutzung um 3,6 auf nun 28,2 Prozent. In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen wurde mit 60,4 Prozent erstmals die 60-Prozent-Marke durchbrochen. In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen hingegen stagniert die Entwicklung ebenso so wie in der Gesamtbevölkerung. Hier ist die Zahl der Internetnutzer wie oben bereits erwähnt von 75,8 Prozent im Jahr 2011 laut den aktuellen Basiszahlen nur noch marginal auf 76,6 Prozent gewachsen.

Besonders die Gruppe der Frauen ab 50 konnte 2012 deutlich aufholen. Gab es hier 2011 noch 43,6 Prozent Internetnutzer, sind dieses Jahr bereits 46,9 Prozent der weiblichen "Best Ager" im Internet unterwegs. Trotz der überdurchschnittlichen Steigerung um 3,3 Prozent sind freilich über die Hälfte der deutschen Frauen ab 50 Jahren immer noch online. Bei den 50-Plus-Männern ist die Internetverbreitung um durchschnittliche 0,9 Prozentpunkte auf 63,7 Prozent gewachsen. Mit einer Differenz von über 16 Prozentpunkten zwischen Frauen und Männern gibt es in dieser Altersgruppe also noch immer eine deutliche digitale Spaltung.

Der aktuelle "(N)Onliner Atlas 2012"- Basiszahlen für Deutschland steht unter www.nonliner-atlas.de.