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Sigram Schindler setzt sich ad-hoc in die Nesseln

04.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein wahres Musterbeispiel für Ad-hoc-Meldungs-Unkultur lieferte am vergangenen Freitag die Berliner Teles AG in personam Professor Dr.-Ing. Sigram Schindler (Vorstandsvorsitzender) ab, der die Anleger binnen knapp sechs Stunden mit gleich drei Veröffentlichungen verwirrte. In der ersten tat er kund, die Teles-Aktie werde am 1. September in den TecDAX-Index aufsteigen und berief sich dabei auf den "Leitfaden der Deutschen Börse AG" mit dem dort ausgewiesenen rein quantitativen Entscheidungsalgorithmus sowie zum donnerstäglichen Börsenschluss öffentlich verfügbares Informationsmaterial.

Danach folgte eine kurze Korrekturmeldung, die das Aufrücken in den TecDAX-Index vom 1. September auf "Ende September" verschob und mit Schindlers Bitte um "Nachsicht meines Versehens" schloss. Zu guter Letzt folgte dann noch eine von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) "erbetene" Klarstellung. Darin musste Schindler einräumen, seine vorherige und korrigierte Ankündigung könne nicht dahingehend verstanden werden, dass der Vorstand der Deutschen Börse einen derarigen Beschluss bereits gefasst habe. Über die Reorganisation des TecDAX-Index werde vielmehr erst voraussichtlich am 19. August entschieden. (tc)