'Financial Times'

Siemens will schnell aus Nokia Siemens Networks raus

25.02.2013
Siemens will einem Pressebericht zufolge der ungeliebten Tochter Nokia Siemens Networks (NSN) schnell den Rücken zukehren. Die Münchner wollten ganz oder zumindest teilweise das Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia verlassen, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Im April läuft der sechsjährige Vertrag aus, der den beiden Eigentümern einen einseitigen Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen verbietet. Siemens wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Zentrale von NSN auf dem Nokia-Campus in Espoo bei Helsinki
Zentrale von NSN auf dem Nokia-Campus in Espoo bei Helsinki
Foto: NSN

Siemens werde auf jeden Fall aktiv werden, berichtet die Zeitung und beruft sich auf Siemens nahe stehende Kreise. Auch ein Teilausstieg auf weniger als 20 Prozent von den gegenwärtigen 50 Prozent sei eine Option. Analysten setzen derzeit eine Bewertung von 10 Milliarden Euro für NSN an. Nach Angaben der Person aus dem Umfeld von Siemens liege die tatsächliche Höhe aber wohl näher an 5 Milliarden Euro, heißt es in dem Bericht weiter

Einem früheren Szenario zufolge könnte Nokia gemeinsam mit einem Telekomausrüster wie Alcatel-Lucent Siemens aus dem Gemeinschaftsunternehmen herauskaufen. NSN leidet wie Alcatel-Lucent unter dem harten Wettbewerb. Das Gemeinschaftsunternehmen schreibt seit seiner Gründung 2007 nur Verluste. Das Management zog Anfang 2012 die Reißleine und kündigte harte Einschnitte an. Dazu gehört auch der Abbau von 17.000 der weltweit 74.000 Arbeitsplätze. (dpa/sh)