Neubürger und Ganswindt

Siemens verklagt Ex-Manager auf 20 Millionen Euro

25.01.2010
Die beiden ehemaligen Siemens-Vorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt könnte ihr Widerstand gegen Schadenersatzforderungen ihres früheren Arbeitgebers teuer zu stehen kommen.

Wegen des milliardenschweren Schmiergeldskandals verlangt der Konzern von Neubürger 15 Millionen Euro und von Ganswindt 5 Millionen Euro Schadenersatz und damit jeweils ein Vielfaches der bisherigen Forderungen. Entsprechende Klagen seien am Montag vor dem Landgericht München eingereicht worden, teilte Siemens mit. Zusammen sollen Neubürger und Ganswindt damit etwa ebenso viel zahlen, wie alle übrigen neun ehemaligen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, mit denen sich Siemens bereits geeinigt hatte.

Bisher hatte Siemens von dem früheren Finanzvorstand Neubürger vier Millionen Euro und von dem ehemals für den Telekommunikationsbereich zuständigen Ganswindt eine Million Euro gefordert und bereits Klagen angedroht, weil sie nicht einlenken. Die Frist dafür lief am Montag aus. Gegen beide Ex-Vorstände laufen auch strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München.

Der Korruptionsskandal hatte den Konzern in seine bisher schwerste Krise gestürzt. Neubürger war von 1998 bis 2006 Finanzvorstand bei Siemens, Ganswindt saß von 2004 bis 2006 im Vorstand des Unternehmens. Im früheren Bereich Telekommunikation hatte der Schmiergeld-Skandal seinen Anfang genommen. Mit den Schadenersatzforderungen sollen die ehemaligen Manager zumindest einen symbolischen Ausgleich für den Milliarden-Schaden durch den Skandal leisten. Siemens wirft seiner früheren Führungsspitze vor, bei den Geschäften des Unternehmens nicht genau genug hingeschaut zu haben. Dadurch sollen sie das System aus schwarzen Kassen begünstigt haben, über das über Jahre hinweg rund 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeld zur Erlangung von Auslandsaufträgen geflossen sein sollen.

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