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Siemens und Nokia melden Fortschritte

29.01.2007
Der neue Telekommunikations-Ausrüster von Siemens und Nokia nimmt nach Verzögerungen wegen der Korruptionsaffäre bei Siemens Gestalt an.

In wesentlichen Märkten sei die Genehmigung durch die Kartellbehörden erfolgt, die neue Organisationsstruktur stehe und die Auswahl der künftigen Führungskräfte sei getroffen, teilten die Unternehmen am Montag in München mit. Anfang Februar sollen die Kunden über die neuen Produkte informiert werden. Nokia Siemens Networks sollte ursprünglich bereits am 1. Januar starten. Um Siemens Zeit für die Aufklärung der Schmiergeldaffäre zu geben, war als neuer Startzeitpunkt das erste Quartal genannt worden.

"Bei der Integrationsplanung für Nokia Siemens Networks machen wir weiterhin gute Fortschritte", sagte der designierte Chef des Gemeinschaftsunternehmens, Simon Beresford-Wylie, am Montag. Ein Siemens-Sprecher erklärte, nun beginne Siemens die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über die Produktpalette von Nokia Siemens Networks. Die Zusammensetzung des Produktportfolios bestimme auch mögliche Auswirkungen auf Standorte und Arbeitsplätze. Ab Anfang Februar wollen Siemens und Nokia Kunden sowie Mitarbeiter über das Produktpalette des neuen Netzwerkausrüsters informieren.

"Die detaillierten Auswirkungen des zukünftigen Produktportfolios auf Mitarbeiter, Standorte und Länder stehen noch nicht fest", betonte Siemens. Das gelte auch für Übergangszeiten für den Service von auslaufenden Produkten. Über mögliche Auswirkungen der vorgeschlagenen Produktportfolio-Pläne auf die Stellenzahl und "sonstigen Synergiemaßnahmen" werde Siemens "zeitnah" informieren. "Allerdings dürften die Informationen hierzu erst nach dem Closing von Nokia Siemens Networks vorliegen", hieß es.

Eigentlich sollte der gemeinsame Netzwerkausrüster von Siemens und der finnischen Nokia bereits Anfang Januar starten. Diesen Zeitplan vereitelte aber der Skandal um schwarze Kassen bei Siemens. Von der Korruptionsaffäre sind auch Geschäftsfelder betroffen, die in das Joint Venture eingegliedert werden sollen. Die beiden Konzerne hatten Mitte 2006 beschlossen, ihre Telekomausrüster-Sparten zum weltweit drittgrößten Telekom-Ausrüster zusammenzulegen. Nokia Siemens Networks will geschätzte zehn bis 15 Prozent der weltweit 60.000 gemeinsamen Arbeitsplätze streichen. (dpa/tc)