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Siemens: "Timeout" in der Mobilfunksparte

03.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um angesichts der anhaltenden Flaute auf dem Mobilfunkmarkt nicht weitere Stellen abbauen zu müssen, beschreitet der Siemens-Konzern bei seiner Personalpolitik neue Wege. Seit dem 1. September haben die Mitarbeiter der Mobilfunksparte ICM (Information and Communication Mobile) die Möglichkeit, sich freiwillig eine Auszeit von bis zu einem Jahr zu genehmigen, in der sie weiterhin einen Teil ihres Gehaltes bekommen. Allerdings dürfen nicht alle der insgesamt 14.500 bei ICM Beschäftigten an dem "Timeout" genannten Programm teilnehmen. Nur wer seit mindestens sechs Monaten mit einem festen Arbeitsvertrag angestellt ist, darf sich eine Auszeit genehmigen. Ausgenommen sind zudem leitende Angestellte sowie Mitarbeiter, bei denen "betriebsbedingte Gründe" dagegen sprechen.

Da Siemens mit einer baldigen Besserung im Mobilfunksegment rechne, wolle sich der Konzern nicht endgültig von seinen hochqualifizierten Mitarbeitern in diesem Bereich trennen, erklärte Unternehmenssprecherin Sabine Metzner. Das Programm sei zunächst auf ein Jahr beschränkt. Bislang wurden etwa 100 entsprechende Verträge abgeschlossen.

Dabei hängt die Höhe der Gehaltsfortzahlung von der Dauer der Arbeitspause ab: Wer sich eine Auszeit von drei Monaten nimmt, erhält für diesen Zeitraum die Hälfte seines früheren Gehalts. Bei einem halben Jahr müssen sich die Angestellten mit 40 Prozent, bei neun Monaten mit 30 Prozent zufrieden geben. Bleibt ein Mitarbeiter ein ganzes Jahr zu Hause, wird er immerhin noch mit 20 Prozent entlohnt.