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Siemens sucht einen Partner für SBS

16.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Siemens-Konzern will seine angeschlagene IT-Dienstleistungstochter Siemens Business Services (SBS) in eine Partnerschaft einbringen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Angeblich verhandelt der Konzern derzeit mit mehreren Interessenten, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Das Siemens-Management unter Leitung von Klaus Kleinfeld hält eine Partnerschaft offenbar für die beste Lösung. Die Verhandlungen gestalten sich aber schwierig, weil SBS hohe Verluste schreibt. Im dritten Geschäftsquartal 2005 belief sich das Defizit auf 109 Millionen Euro, im laufenden vierten Quartal sollen unbestätigten Meldungen zufolge weitere 90 Millionen Euro hinzukommen (Siehe auch: "SBS: Warten auf Profit"). Insgesamt muss SBS damit für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr einen Fehlbetrag von rund 350 Millionen Euro verbuchen.

Erste Maßnahmen hatte Siemens-Chef Kleinfeld bereits Ende Juli mit der Ausgründung der für produktnahe Dienste zuständigen Serviceeinheit angekündigt. Darüber hinaus sollen 1290 Stellen abgebaut werden, Anfang des Jahres hatte SBS bereits 1000 Arbeitsplätze gestrichen. Außerdem wurde im vergangenen März bereits die Wartungstochter Sinitec an A&O verkauft.

Für kommenden Montag ist ein Treffen der SBS-Geschäftsführung mit der Arbeitnehmerseite vereinbart. Im Anschluss daran soll der Sanierungsplan veröffentlicht werden. Wie die Zeitung berichtet, sollen 730 der insgesamt 1290 geplanten Stellenstreichungen auf zentrale Funktionen entfallen. Weitere 560 Arbeitsplätze müssen in der Region eingespart werden. (jha)