Gigaset

Siemens muss abgespaltener Telefonsparte unter die Arme greifen

16.10.2009
Den Mischkonzern Siemens holt nach einem Pressebericht wieder einmal seine Vergangenheit ein.
Das aktuelle Gigaset-Topmodell "SL780/785"
Das aktuelle Gigaset-Topmodell "SL780/785"

Die finanzschwache Beteiligungsgesellschaft Arques versage der ehemaligen Siemens-Tochter Gigaset die vertraglich zugesagte Unterstützung, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitag) unter Berufung auf Firmenkreise. Arques enthalte dem Telefonhersteller knapp 20 Millionen Euro vor. Das Geld brauche Gigaset spätestens im Dezember, um den angelaufenen Umbau voranzutreiben.

Notfalls werde Siemens selbst dafür sorgen, dass Gigaset weitermachen kann, erfuhr die Zeitung aus dem Münchner Dax-Konzern. Man wolle auf jeden Fall einen zweiten Fall BenQ vermeiden. "Wir sind mit Arques im Gespräch", sagte eine Siemens-Sprecherin der "FTD". Arques selbst sieht seine Tochter ausreichend finanziert. Die Restrukturierung finde "einvernehmlich mit Siemens" statt, sagte ein Sprecher.

Siemens hatte Gigaset vor einem Jahr mehrheitlich an Arques abgegeben. Dabei stattete der Konzern die Tochter auch noch üppig mit 50 Millionen Euro aus und sicherte einen Kredit über 20 Millionen Euro zu. Um weiter Einfluss auf die Geschicke zu haben, behielt Siemens 19,8 Prozent. Das geschah nach schlechten Erfahrungen mit dem taiwanischen Elektronikkonzern BenQ, der die Siemens-Handysparte übernommen und in den Ruin geführt hatte. (dpa/tc)