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Siemens könnte Tausende von SBS-Arbeitsplätzen streichen

11.11.2005
Siemens erwägt in seinem defizitären Informationstechnik-Bereich SBS den Abbau von weltweit 3000 Stellen.

Dies komme noch zusätzlich zu den 2400 Arbeitsplätzen in Deutschland hinzu, die wie bereits bekannt in den nächsten zwei Jahren wegfallen sollen. Das sagte Konzernchef Klaus Kleinfeld am Freitag bei einer Analysten-Konferenz anlässlich der am Vortag vorgelegten 2004/05-Bilanz. SBS hatte das vergangene Geschäftsjahr als einziger der 12 Siemens-Bereiche mit einem Verlust abgeschlossen.

Kleinfeld verwies auf die drei Elemente des Umbauplans für die seit längerem angeschlagene Siemens Business Services (SBS): Den Wechsel an der Bereichsspitze, den laufenden Stellenabbau und die Partnersuche. Aus den bis 2007 veranschlagten Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro solle die Hälfte aus dem Stellenabbau kommen.

Mit Blick auf das zweite Sorgenkind im Siemens-Konzern, den Kommunikations-Bereich Com, sagte Kleinfeld, der Vorstand habe auch für diesen Problembereich eine "Strategie" parat. Analysten hatte in der vergangenen Zeit immer wieder kritisiert, dass der seit Januar amtierende Kleinfeld zwar die nun erneut bestätigten Margenziele fest im Blick habe, aber noch keine umfassende Strategie für den Siemens-Konzern und die Problembereiche vorgelegt hatte.

Zum Thema Infineon sagte Kleinfeld, mittelfristig sei ein vollständiger Abbau des Anteils vorstellbar. Die Siemens AG ist Großaktionärin von Infineon und hält nach Angaben des Münchner Chipproduzenten 18,23 Prozent. Die Infineon Technologies AG wurde im April 1999 gegründet, als Siemens den Halbleiter-Bereich ausgliederte. (dpa/tc)