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Siemens kauft Ronaldo

17.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der Brust trägt er den Firmennamen schon seit zweieinhalb Jahren; jetzt hält Luiz Nazario da Lima, genannt Ronaldo, auch sein Gesicht für Siemens hin. Der Stürmer-Star des spanischen Fußball-Erstligisten Real Madrid wird bis zum Ende der Saison 2005/2006 für die defizitäre Handy-Sparte des deutschen Hightech-Konzerns werben. Eigenen Angaben zufolge hat Siemens für die Dauer von zwei Jahren die "Persönlichkeitsrechte" des brasilianischen Goalgetters erworben. Das bedeutet wohl, dass der Elektronikriese das Gesicht mit der markanten Zahnlücke für unterschiedlichste PR-Aktionen nutzen darf. Was er sich dieses Privileg kosten lässt, behält er für sich.

Mit Real Madrid verbindet Siemens eine langjährige Partnerschaft: Seit 2002 ist der deutsche Weltkonzern alleiniger Trikot-Sponsor der "Königlichen". Außerdem gilt er als bevorzugter Lieferant von Sicherheits- und Überwachungssystemen sowie Ticketing-Services für den Club. Einen Bezug hat Siemens auch zur Heimat des Ausnahme-Stürmers Ronaldo (Spitzname "Das Phänomen"): In Brasilien unterhält das Unternehmen eine seiner drei Handy-Produktionsanlagen. Anders als in Europa hat es sich dort auch eine Spitzenposition auf dem Markt für GSM-Telefone gesichert. Eigens für die brasilianische Kundschaft will Siemens demnächst ein spezielles "Ronaldo-Handy" lancieren.

Wirtschaftsexperten werten die aufwändige Werbeaktion als Indiz dafür, dass der von zahlreichen Siemens-Kennern prognostizierte Verkauf der Handy-Sparte vorerst vom Tisch sei. Stattdessen werde das Unternehmen wohl die Nähe eines asiatischen Mitbewerbers suchen, so die Mutmaßungen. Da trifft es sich doch gut, dass der internationale Fußballverband FIFA den "gelben Kontinent" als seinen zukunftsträchtigsten Markt entdeckt hat! (qua)