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Siemens ICN soll ab Oktober wieder schwarze Zahlen schreiben

11.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die defizitäre Netzsparte Information and Communication Networks (ICN) des Münchner Elektronikkonzerns Siemens soll mit Beginn des Geschäftsjahres 2003 (Anfang Oktober) wieder in die Gewinnzone zurückkehren. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" erklärte George Nolen, CEO von Siemens ICN in den USA, er rechne fest mit einer Auftragswelle von TK-Unternehmen, die ihre Ausrüstung auf den neuesten Stand bringen wollen. Das Ergebnisziel für das kommende Geschäftsjahr ist laut Nolen jedoch nicht von einem Anstieg der Investitionen abhängig. Statt dessen baut der USA-Chef auf die positiven Effekte der geplanten Restrukturierung in der Festnetzsparte, zu der unter anderem Optisphere und Efficient Networks gehören. Siemens hatte bereits vor kurzem angekündigt, in der Sparte 6.500 Stellen abzubauen (Computerwoche online berichtete) - zusätzlich zu den 10.000 geplanten Entlassungen weltweit.

Nach dem Übernahme von Unisphere durch Juniper im vergangenen Monat (Computerwoche online berichtete) ist ein Verkauf von Efficient Networks jedoch nicht geplant, zitiert die Zeitung den USA-Chef. Statt dessen soll der defizitäre Kabelmodemhersteller gesundgeschrumpft und Produktion, Vertrieb und Marketing enger mit ICN verknüpft werden. Es sei jedoch nicht einfach, die Verluste zu senken, erklärte Nolen.

ICN insgesamt soll bis zum Geschäftsjahr 2004 auf eine positive Ebit-Marge von acht bis elf Prozent gebracht werden. Im zweiten Geschäftsquartal diesen Jahres (Ende: 31. März) verbuchte die Festnetzsparte einen operativen Verlust von 158 Millionen Euro, die Ebit-Marge betrug minus 5,9 Prozent. (mb)