Sayonara FSC

Siemens hat genug von Fujitsu Siemens

06.08.2008
Die Spekulationen um die Zukunft von Fujitsu Siemens Computers (FSC) gehen weiter: Siemens soll seinen Partner Fujitsu darüber informiert haben, dass man das Joint Venture nicht verlängern möchte.

Siemens bereitet sich offenbar darauf vor, aus dem PC-Hersteller FSC auszusteigen. Das "Wall Street Journal" berichtet, dass Siemens seinen Partner Fujitsu darüber unterrichtet hat, ihr gemeinsames Joint Venture nicht zu verlängern. Dabei beruft sich die Zeitung auf Informationen aus eingeweihten Kreisen. Ob Fujitsu an einer Komplettübernahme der Firma interessiert sei, wäre fraglich. Das "Wall Street Journal" zitierte Fujitsu-President Kuniaki Nozoe mit den Worten, Mobiltelefone seien besser geeignet als PCs, um die Auslandsumsätze zu steigern. Ein Sprecher von Siemens wollte gegenüber der Zeitung keinen Kommentar abgeben.

Die Trennung von Siemens und Fujitsu wäre kaum überraschend. Einerseits zählen Computer nicht (mehr) zum Kerngeschäft von Siemens, andererseits wirft das Joint Venture nicht viel Ertrag ab. Hinzu kommt, dass es das FSC-Management versäumt hat, eine starke PC-Marke zu entwickeln. Als Folge erodierte der Anteil von FSC am PC-Geschäft in den vergangenen Jahren. Inzwischen sieht Gartner das Unternehmen nur noch auf Platz zwei in Deutschland. An der Spitze liegt Acer - vor neun Jahren hatte Siemens übrigens zuerst ein Joint Venture mit den Taiwanern geplant. Trends wie Ultra-Mobile-PCs - neudeutsch Netbooks genannt - wurden von FSC völlig verkannt. Eine konsequente Trennung in Consumer- und Enterprise-Geschäft fand nicht statt. Statt dessen häufen sich Meldungen, dass FSC die finanziellen Hoffnungen der Muttergesellschaft enttäuschen muss.

Wenn Fujitsu sein Vorkaufsrecht für die Siemens-Hälfte ausschlagen sollte, steht die Zukunft des Ex-Marktführers und seiner mehr als 10.000 Mitarbeiter in den Sternen. Ob Dell oder Hewlett-Packard (HP) das Unternehmen beziehungsweise Teile davon schlucken, darf bezweifelt werden. Eher schon würde ein asiatischer PC-Konzern wie Lenovo sein europäisches Standbein mit den Assets von FSC stärken. Dass ein taiwanischer Notebook-Bauer an den Servern von FSC interessiert ist, klingt nicht sehr realistisch. Eine Spaltung des Unternehmens in PC und Server würde sich folglich nur schwer vermeiden lassen.

Inhalt dieses Artikels