Gegen Beteiligung

Siemens gibt SIS an Atos Origin ab

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Siemens hat einen Abnehmer für seine defizitäre IT-Dienstleistungsparte IT Solutions and Services (SIS) gefunden: Atos Origin aus Frankreich übernimmt den Bereich.
Siemens-Chef Löscher: "Wir schaffen einen europäischen Champion."
Siemens-Chef Löscher: "Wir schaffen einen europäischen Champion."
Foto: Siemens

Beide Unternehmen schließen dazu eine globale Partnerschaft, wie Siemens gestern am späten Abend mitteilte. Die Münchner bringen demnach ihr Geschäft von Siemens IT Solutions and Services für eine Gesamtsumme von 850 Millionen Euro in Atos Origin ein. Siemens beteiligt sich außerdem für mindestens fünf Jahre mit einem Aktienanteil von 15 Prozent als langfristiger Aktionär an Atos Origin.

Als Teil der Transaktion erhält Atos Origin von Siemens einen Outsourcing-Vertrag für die nächsten sieben Jahre in Höhe von rund 5,5 Milliarden Euro. Dafür liefert Atos Origin IT-Dienstleistungen wie Managed Services und die Systemintegration für Siemens und wird dadurch wird die größte Plattform für Managed Services (Outsourcing) in Europa betreiben.

"Wir schaffen einen europäischen Champion. Die beiden Unternehmen ergänzen sich hervorragend in ihrer Kundenbasis, ihrer regionalen Aufstellung und den angebotenen Services", erklärte Siemens-Chef Peter Löscher. "Als langfristig orientierter Anteilseigner und strategischer Partner zeigen wir unser Vertrauen in das neue Unternehmen. Wir sind zuversichtlich, damit für die Mitarbeiter von Siemens IT Solutions and Services, für unsere Kunden und Aktionäre einen Mehrwert zu schaffen. Das neue Unternehmen wird zudem für die nächsten sieben Jahre die Betreuung der Siemens-IT übernehmen."

Siemens erhält den Angaben zufolge im Zuge der Transaktion, die bis Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein soll, rund 12,5 Millionen neue Aktien von Atos Origin mit einem aktuellen Wert von 414 Millionen Euro sowie eine fünf Jahre laufende Wandelanleihe über 250 Millionen Euro und eine Zahlung von rund 186 Millionen Euro in bar.

Im Zuge der Integration ist der Abbau von 1750 Arbeitsplätzen in der weltweiten Belegschaft von Siemens IT Solutions and Services geplant, davon 650 in Deutschland. Betroffen seien vor allem Stellen in Verwaltungs- und Zentralfunktionen, so Siemens weiter. Siemens werde bis zu 250 Millionen Euro für die Integrationskosten und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung stellen, heißt es.

Eine ausführlichere Berichterstattung folgt.