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Siemens-Chef Kleinfeld will Aufräumarbeiten so schnell wie möglich beenden

06.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Siemens drückt bei der Sanierung der IT-Aktivitäten auf das Tempo. "Wir müssen die Aufräumarbeiten so schnell wie möglich beenden und in ein normales Fahrwasser kommen", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung".

Über weitere Umstrukturierungskosten im gerade begonnenen Geschäftsjahr machte er keine Angaben. Er sagte jedoch: "Wir können nicht alles auf einmal lösen." Das Ziel, dass alle Bereiche zeitgleich im Frühjahr 2007 ihre Renditevorgaben erreichten, sei in Stein gemeißelt: "Wir wollen und wir werden sie erreichen."

Die Performance der Siemens-Aktie, die im laufenden Jahr bis zum Mittwochabend mit einem Kursplus von drei Prozent weit hinter dem DAX (19%) hinterherhinkt, erklärte Kleinfeld auch mit einem einseitigen Fokus der Anleger auf die Problemthemen: "Diese hatten zwar einen ökonomischen Niederschlag, aber die negative Einschätzung war übertrieben." Teilweise seien die Lösungen, beispielsweise die Arbeitsflexibilisierung im teilweise angeschlagenen Bereich Communications (Com), nicht richtig verstanden worden.

Kleinfeld bekannte sich zum forcierten Wachstumskurs von Siemens. Der Konzern sei offen für weitere Chancen in den Feldern Wasser, Energieversorgung, Mobilität, Gesundheit und Automatisierung. Der größere Teil des Wachstums solle organisch sein. Das sei angesichts der hohen jährlichen Forschungsausgaben ein solider Ansatz.

Der Vorstandschef appellierte an eine neue Bundesregierung, den Standort Deutschland attraktiver zu machen: "Jede politische Konstellation muss die gleichen Überlegungen anstellen, wenn sie nicht gegen die Wand laufen will." So müssten im Gesundheitswesen intelligente Lösungen gefunden werden. Aber auch bei Arbeitsgesetzen gebe es punktuell Änderungsbedarf.