Siemens AG produziert nun 16-K-Chip:Bauelemente profitieren von Groß-DV

10.03.1978

MÜNCHEN - Das in 25 Jahren erworbene Know how über Rechnerstrukturen hat die Siemens AG bei der Mikroprozessor-Produktion innerhalb von zwei Jahren zur technologischen Weltspitze aufschließen lassen. "Die Siemens Leistungsfähigkeit läßt sich an der Tatsache messen, daß jetzt auch der 16-K-Chip von Siemens produziert werde", so Siemens-Vorstand Dr. Friedrich Baur zur COMPUTERWOCHE.

Nach Baurs Überzeugung verlöre auch beim Mikroprozessor die Hardware zunehmend an Bedeutung: Die Kostenrelation zwischen Hard- und Software betrage 10 zu 90 Prozent. Analog zur großen Datenverarbeitung sei auch beim Mikroprozessor Unbundling klares Marketing-Konzept. Siemens hätte aber, auf Grund der Erfahrungen aus dem Rechnerbau, hierbei gegenüber amerikanischen Halbleiter-Giganten einen klaren Wissensvorsprung, wenn es um Rechnerstrukturen und Softwareleistungen ginge.

Baur, der an der Spitze des Unternehmensbereichs Bauelemente steht, wies in dem Interview mit der Computerwoche (das in der nächsten Ausgabe der CW in vollem Umfang erscheint) energisch zurück, daß Mikroprozessoren revolutionär Arbeitsplatze vernichteten: "Davon kann keine Rede sein."