Schnelle WLAN-AC-Router

Sieben Router mit Gigabit-Geschwindigkeit im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Gigabit-Geschwindigkeit fürs WLAN verspricht der neue Standard 802.11ac. Ist der neue Funknetzwerkstandard nun endlich so schnell wie eine Kabelverbindung? Sieben 11ac-Router müssen in einem Test zeigen, was sie in puncto Übertragungstempo und Sicherheit leisten.

Sechs der sieben WLAN-AC-Router funken gleichzeitig über die Frequenzen 5 und 2,4 GHz und können dabei bis zu drei Datenströme (spatial streams) parallel senden und empfangen (3x3). Der Belkin AC1200 schafft jeweils zwei. Falls Ihnen der deutsche Marktführer AVM im Testfeld fehlt: Die Fritz!Box 7490 mit 11ac stellten die Berliner zur Cebit vor - sie wird aber erst im zweiten Halbjahr 2013 erhältlich sein.

Das Tempoplus erreichen die Router beim 11ac-Standard über 5 GHz. Über 2,4 GHz bleibt nämlich alles beim Alten: Hier versprechen auch die neuen Router nicht mehr Geschwindigkeit als aktuelle 11n-Router, die mit drei Datenströmen maximal 450 MBit/s erreichen. Die Post geht erst über 5 GHz ab: Hier können die neuen Router breitere Funkkanäle mit 80 MHz statt bisher 40 MHz nutzen. Außerdem kommt ein besseres Modulationsverfahren zum Einsatz. Das alles soll dafür sorgen, dass über diese Frequenz bis zu 1,3 GBit/s über die Funkkanäle gehen.

Tempo: 11ac ist schnell, aber weit von Gigabit entfernt

Die Geschwindigkeit von 1,3 GBit/s erreichen die neuen Router in der Praxis natürlich nie: Trotzdem liefern die 11ac-Router beeindruckendes Tempo. Am schnellsten über alle Messungen gesehen ist der Asus RT-AC66U: Der einzige Router im Testfeld mit externen Antennen erreicht 180 MBit/s über 5 GHz und die kurze Messdistanz von drei Metern. Hier liegen allerdings alle Router eng zusammen: Bei guten Funkbedingungen und nur einer Gegenstelle, die hohes Tempo benötigt, lassen sie sich alle problemlos einsetzen. Erst wenn Sie über den Router gleichzeitig Verbindungen zu mehreren Clients aufbauen, zeigen sich Unterschiede: Der Asus-Router schafft dann in der Spitze 622 MBit/s, auch der Netgear R6300 hält gut mit. Allerdings kommt der Asus RT-AC66U auch mit dem Störfeuer anderer WLANs am besten zurecht: Über 2,4 GHz liefert er mit Abstand das beste Tempo und überzeugt sowohl über kurze und lange Distanz.

Überzeugende Datenraten liefern auch der D-Link DIR-865L, der in allen Testszenarien ordentlich abschneidet, sowie der Netgear R6300, der allerdings schwächelte, wenn die Gegenstelle weit entfernt steht und über 2,4 GHz erreicht werden soll.

Noch mehr Tempo: Tuning statt Werkseinstellungen

Getestet wird übrigens mit den Werkeinstellungen der Router: Wenn der Anwender diese anpasst, kann sogar etwas mehr Tempo aus den Geräten herausholt werden. Zum Beispiel kann der Nutzer abhängig von den WLANs in der Umgebung einen festen Übertragungskanal einstellen - in den Grundeinstellungen wählen alle Router automatisch denjenigen, den sie für den besten halten. Und zusätzlich sollte man den Koexistenz-Modus abschalten, der bei den Routern ab Werk aktiv ist: Er zwingt sie zum Warten, wenn bei einer 2,4-GHz-Verbindung 11g-Geräte oder bei einer 5-GHz-Verbindung 11n-Geräte auf der gleichen Frequenz im WLAN arbeiten.

Noch gibt es kaum passende Gegenstellen für die schnellen Router: Buffalo und Linksys bieten Media-Bridges für 11ac an, über die beispielsweise Fernseher oder Spielekonsole per Kabel ins schnelle WLAN kommen; von Buffalo und Netgear gibt es 11ac-USB-Sticks. Doch dieses Jahr werden noch zahlreiche Smartphones erwartet, die 11ac unterstützen - mit dem HTC One ist das erste schon erhältlich. Außerdem wird es für neue Notebooks, die ab Mitte des Jahres mit Intels neuer Haswell-Plattform arbeiten, auch interne WLAN-Module für 11ac geben (Codename: Wilkins Peak 2).