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Siebel will nach Gewinneinbruch 1200 Stellen streichen

18.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Softwareschmiede Siebel Systems verzeichnete im zweiten Geschäftsquartal 2002 einen stärkeren Umsatz- und Gewinneinbruch als erwartet: Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sank der Nettoprofit von 76,6 Millionen Dollar oder 15 Cent pro Aktie auf 29,8 Millionen Dollar oder sechs Cent je Anteil. Die Analysten hatten laut Umfrage von First Call/Thomson im Schnitt mit einen Plus von sechs Cent je Anteilschein gerechnet. Im vorangegangenen ersten Quartal hatte der Anbieter von CRM-Software mit 64,6 Millionen Dollar noch einen mehr als doppelt so hohen Profit ausgewiesen.

Der Umsatz schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um mehr als 70 Millionen auf nunmehr 405,6 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der SAP-Konkurrent sogar noch einen Umsatz von 560,2 Millionen Dollar erwirtschaftet. Die Einnahmen im Lizenzgeschäft sanken im Jahresvergleich um 41 Prozent auf 170,1 Millionen Dollar.

Als Konsequenz aus den schlechten Ergebnissen will die Company aus San Mateo, Kalifornien, nun laut Presseberichten rund 1200 Stellen streichen und die Zahl der Mitarbeiter auf 6000 reduzieren. Knapp die Hälfte des Job-Abbaus soll in den Bereichen Vertrieb und Marketing erfolgen. Zusätzlich will sich das Unternehmen von einigen Niederlassungen trennen. Aufgrund der Maßnahmen rechnet der CRM-Anbieter im laufenden dritten Quartal mit Restrukturierungskosten zwischen 225 bis 250 Millionen Dollar. Diese Abschreibungen ausgeklammert will Siebel einen Gewinn je Aktie von fünf bis acht Cent bei einem Umsatz von 355 bis 400 Millionen Dollar schreiben. Unter dem Strich droht dem Unternehmen ein Rutsch in die roten Zahlen. (mb)