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Siebel senkt Umsatz und Verlust

06.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der CRM-Softwarespezialist (Customer-Relationship-Management) Siebel Systems erzielte im dritten Geschäftsquartal 2003 einen Pro-Forma-Gewinn und konnte seinen Nettoverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringern. Gleichzeitig sanken jedoch auch die Einnahmen: Nach vorläufigen Schätzungen erwirtschaftete das Unternehmen aus San Mateo, Kalifornien, in den Monaten Juli, August und September zwischen 320 und 322 Millionen Dollar Umsatz. Die Einnahmen lagen damit am unteren Ende der bisherigen Prognosen und fielen deutlich niedriger aus als die 357 Millionen Dollar im dritten Quartal 2002. Bei den Softwareerlösen verbuchte Siebel nach Schätzungen des Managements einen Rückgang von 126 Millionen auf 109 bis 110 Millionen Dollar.

Als Pro-forma-Ergebnis erwartet der kalifornische SAP-Konkurrent einen Gewinn von drei Cent pro Aktie. Einschließlich Einmalaufwendungen in Höhe von 118 Millionen Dollar, darunter Restrukturierungskosten von 107 Millionen Dollar, rechnet Siebel jedoch mit einen Nettoverlust von zwölf Cent pro Aktie nach 19 Cent im Vorjahreszeitraum. Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte die Softwareschmiede noch einen Reingewinn von 9,8 Millionen Dollar oder zwei Cent pro Aktie ausgewiesen.

Siebel bestätigte seine Prognose, dass die vierteljährlichen Betriebskosten nach Abschluss der Restrukturierung ab dem laufenden vierten Quartal um rund 30 Millionen Dollar sinken werden. Ab Mitte 2004 will der CRM-Spezialist sogar 40 Millionen Dollar pro Quartal einsparen.

Um die rückläufigen Umsätze zu stoppen, will Siebel künftig in Zusammenarbeit mit IBM seine Software auch zur Miete über das Internet anbieten. Die Company tritt damit gegen die zunehmend populären CRM-ASPs (Application Service Provider) wie Salesforce.com oder Upshot an (Computerwoche online berichtete). (mb)