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Siebel schützt sich vor feindlicher Übernahme

31.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um sich gegen eine mögliche feindliche Übernahme abzusichern, hat der Verwaltungsrat von Siebel Systems einen als "Poison Pill" (Giftpille) bezeichneten Notfallplan beschlossen: Für den Fall, dass eine Einzelperson oder Gruppe mindestens 15 Prozent der Stammaktien aufkauft, erhalten die Altaktionäre das Recht, neu aufgelegte Anteilscheine zum Vorzugspreis zu erwerben. Ziel der ab dem 13. Februar in Kraft tretenden Präventivmaßnahme ist es, die feindliche Übernahme für einen potenziellen Käufer kostspieliger und zeitraubender zu machen.

Das Unternehmen aus San Mateo, Kalifornien erklärte, der Schachzug diene nur zum Schutz und sei keine Reaktion auf eine aktuelle Bedrohung. Allerdings ist der Kurs der Siebel-Aktie aufgrund schwacher Unternehmensergebnisse innerhalb eines Jahres von mehr als 37 Dollar auf unter neun Dollar gefallen, der Börsenwert liegt nur noch bei gut vier Milliarden Dollar. Gleichzeitig bewegt sich der Anbieter von CRM-Software mit bekanntermaßen akquisitionshungrigen Partnern wie Microsoft oder IBM auf einem gefährlichen Terrain. (mb)