Sophos warnt vor neuem Microsoft-Betriebssystem

Sicherheitsrisiko Windows 7?

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Windows 7 soll bereits im Oktober 2009 auf den Markt kommen. Zu den neuen Funktionen gehören auch erweiterte Sicherheitsfeatures, inklusive Malware-Schutz, Firewall und Verschlüsselung. Security-Spezialist Sophos erklärt diese allerdings im Unternehmensbereich für unzureichend.
Warnt Unternehmen, sich nur auf die integrierten Windows 7 Sicherheitsfunktionen zu verlassen: Sophos Security Consultant Sascha Pfeiffer.
Warnt Unternehmen, sich nur auf die integrierten Windows 7 Sicherheitsfunktionen zu verlassen: Sophos Security Consultant Sascha Pfeiffer.

Viele Unternehmen haben auf den Umstieg auf Windows Vista verzichtet - unter anderem aufgrund des hohen Ressourcenbedarfs und einer unzureichenden Performance. Dies könnte sich mit Windows 7 ändern und Firmen dazu bewegen, von Windows XP auf das neue und vergleichsweise schlankere Betriebssystem zu migrieren. Vor allem die neuen Sicherheitsfeatures wurden im Vorfeld allgemein positiv beurteilt.

Das sieht Sascha Pfeiffer, Principal Security Consultant beim Spezialisten für Computersicherheit Sophos, anders. Er mahnt, Unternehmen sollten sich nicht gänzlich auf die integrierten Sicherheitsfunktionen verlassen. Zwar seien diese - verglichen mit den in Windows Vista eingebundenen Features - umfangreicher und besser geworden. Aus Effizienz- und Compliance-Gründen sollten Firmen jedoch weiterhin zentral verwaltbare IT- und Datensicherheitslösungen einsetzen, berichtet das IT-Management Portal Silicon.de. Nur damit ließen sich IT-Systeme und Daten plattformübergreifend vor Schadsoftware, unberechtigten Zugriffen und Datenverlust schützen sowie interne und gesetzliche Vorgaben mit überschaubarem Ressourcenaufwand durchsetzen.

Zusätzliche Sicherheitslösungen notwendig

"Die Sicherheitsfunktionen in Windows 7 sind vor allem auf den Einsatz auf Einzelplatzrechnern von Privatanwendern ausgelegt - nicht aber auf die Anforderungen von Unternehmen", so Pfeiffer. "Die Einhaltung vielfältiger Compliance-Richtlinien und der ganzheitliche Schutz von IT-Systemen und Daten erfordern umfassende Security-Konzepte. Zugleich schrumpfen in vielen Firmen und Organisationen die IT-Budgets. Sie benötigen daher professionelle Lösungen, die sich zentral und einfach administrieren lassen."

"Windows 7 ist zwar in puncto Leistungsfähigkeit wie auch Sicherheit die bessere Wahl", so Sascha Pfeiffer weiter. "Wer allerdings aus Kostengründen meint, damit automatisch auf zusätzliche Sicherheitslösungen verzichten zu können, liegt falsch. Kein Betriebssystem ist heute mehr vor Malware-Attacken gefeit. Die integrierten Sicherheitsfeatures können kein Ersatz für professionelle Lösungen von Spezialisten sein, die den Unternehmen auch entsprechende Beratungs- und Support-Leistungen bieten. Dies gilt ebenso beim Einsatz alternativer Betriebssysteme wie Mac OS X."

Detaillierte Informationen zu den Sicherheitsfunktionen in Windows 7 stehen im Blog von Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos, bereit. Einen kurzen Überblick finden Sie auch in diesem Computerwoche-Beitrag. Eine Stärke-Schwächen-Analyse der Security-Features von Windows 7 finden Sie hier.