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Shell entlässt 2800 IT-Mitarbeiter und lagert Jobs nach Asien aus

29.04.2004

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell plant, in den kommenden drei Jahren rund 2800 Stellen zu streichen. Nach Angaben des Unternehmens sind ausschliesslich Jobs in der IT betroffen. Insgesamt beschäftigt Shell in diesem Bereich 9300 Beschäftigte in Großbritannien, den Niederlanden und den USA. Zumindest ein Teil der Stellen soll nach Shell-Informationen nach Indien und Malaysia ausgelagert werden. Shell erhofft sich davon Einsparungen von 850 Millionen Dollar.

Shell begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, Kosteneinsparungen vornehmen zu müssen. In Malaysia und Indien seien die Löhne niedriger als in Großbritannien, den Niederlanden oder den USA, wo die Informatik- Dienstleistungen der Gruppe bisher angesiedelt sind.

Shell habe in Indien mit IBM und Wipro als Servicedienstleistern bereits Verträge zur Übernahme von Aufgaben geschlossen, sagte ein Firmensprecher. In Malaysia beschäftigt das Unternehmen schon jetzt rund tausend IT-Mitarbeiter.

Shell hatte in den vergangenen Wochen durch Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht. Das Unternehmen hatte die eigenen Erdölreserven zu hoch eingeschätzt. In der Folge revidierte es seit Januar 2004 bereits dreimal seine Prognosen und auch die Gewinnaussichten. In der Folge sank der Aktienkurs. Allerdings sollen die jetzt bekannt gegebenen Maßnahmen nach Angaben des weltweit drittgrößten Ölkonzerns in keinem Zusammenhang mit der tiefen Krise des Unternehmens stehen.

Anfang März mussten Konzernchef Sir Philip Watts und Walter van de Vijver, verantwortlich für die Erkundung von Ölfeldern und die Produktion, ihren Hut nehmen. Die Behörden in den USA und Großbritannien ermitteln derzeit wegen jahrelanger überhöhter Zahlenangaben der Öl- und Gasreserven seitens des Spitzenmanagements. (jm)