Die besten Systemhäuser 2012

Sharepoint- und Branchen-Wissen sticht

Joachim Hackmann
Als Chefreporter Online der Computerwpoche spürt Joachim Hackmann aktuelle Themen aus allen Segmenten der IT-Branche auf. Seine thematische Vorliebe gilt der IT-Servicebranche. Dazu zählen etwa Trends, Neuerungen, Produkte und Unternehmen aus den Bereichen Cloud Computing, XaaS, Offshoring und Outsourcing sowie System-Integration und Consulting. Zudem betreut er die Computerwoche-Online-Rubrik "Mittelstand" und hält den Kontakt zur Computerwoche Xing-Lesergruppe.
Email:
Connect:
Anwender haben für uns ihre Projekte zur Anwendungs- und Softwareentwicklung benotet. Hier finden Sie die fünf Anbieter mit den besten Bewertungen.

Die Anwendungs- und Softwarelandschaft hat für die Nutzer in den Fachbereichen eine besondere Bedeutung. Applikationen sind die Werkzeuge, mit denen Firmen ihre Geschäfte betreiben, Daten analysieren, Dokumente verwalten, Kundenbeziehungen pflegen und branchenspezifische Abläufe abbilden. Dieses Gewicht spiegelt sich in der Umfrage nicht wider. Weder gibt es eine auffällige Häufung von Projekten in diesem Segment, noch glänzen diese Vorhaben mit auffallend guten Bewertungen. Mit der Durchschnittsnote von 1,83 schrammen die Vorhaben im deutschen Schulnotensystem zwar nur knapp an einem "sehr gut" vorbei, doch im Vergleich mit allen anderen Kategorien bleibt der Anwendungsentwicklung nur die drittschlechteste Bewertung, wenngleich auf insgesamt sehr hohem Niveau.

Ingesamt beteiligten sich fast 1700 Anwender an der Erhebung. Abgefragt wurde einerseits die Qualität des Angebotes im Vorfeld: Wie gut präsentierte sich der Dienstleister beim Kunden? Wie gut war die Beratung? Der eigentliche Projektverlauf sollte ebefalls bewertet werden. Die Schwerpunkten lagen unter anderem auf der Termintreue oder dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Teilnehmer konnten jede Frage mit den Schulnoten von 1 bis 6 beantworten und abschließend noch eine Schlussnote vergeben. Aus sämtlichen Nennungen wurde eine Gesamtnote ermittelt, auf deren Basis die fünf besten Systemhäuser gekürt wurden.

Die fünf besten Systemhäuser dieses Bewertungssegments (siehe Bilderstrecke) können allesamt auf überdurchschnittlich gute Noten verweisen. Bemerkenswert ist, dass es wie schon in den vergangenen Jahren viel Bewegung im Ranking gab. Auf den ersten Rang konnte sich das kleine Systemhaus Krämer IT aus dem saarländischen Eppelborn schieben, gefolgt von der IT-Haus GmbH, beide waren 2011 nicht unter den ersten fünf Sys-temhäusern dieses Segments gelistet. Unter den führenden Anbietern des vergangenen Jahres schaffte einzig die MR Datentechnik erneut den Sprung in die Top Five. Sie verschlechterte sich zwar von Platz zwei auf drei, verbesserte die Note jedoch leicht von 1,48 auf nunmehr 1,47.

Viele der bewerteten Vorhaben ranken sich um Produkte von Microsoft

Ein Dauerbrenner bleibt das Portal-, Collaboration- und Dokumenten-Management-Paket "Sharepoint", aber auch die Productivity-Suiten scheinen beliebt zu sein. In der Regel haben sich die Firmen mit der Migration auf "Office 2010" beschäftigt, doch es gab durchaus einzelne Erstinstallationen von "Office 2007".

Auch das größte deutsche Softwarehaus ist ein gern gesehener Gast in den Anwenderunternehmen. Wo ERP-Projekte gestartet werden, ist SAP nicht fern. Dabei präsentierten die befragten Anwender das gesamte Spektrum möglicher Vorhaben: Von der Erstinstallation über Erweiterungen, Release-Wechsel und Customizing bis hin zur Konsolidierung war alles dabei. Eine gute Auftragslage bescherten die Anwender zudem solchen Systemhäusern, die mit Branchenwissen glänzen konnten. Gefragt waren beispielsweise Banken-applikationen, Neuinstallationen für Dispositionsabläufe sowie Bestellsys-teme in der Autoindustrie.

Es gibt aber auch Aufgaben, die kaum genannt wurden, aber dennoch erwähnt werden sollten. Eine verschwindend geringe Nachfrage besteht offenbar nach anwenderspezifischen Eigenentwicklungen. Nur ein Teilnehmer der Umfrage hat ein entsprechendes Vorhaben in den vergangenen Jahren gestartet oder abgeschlossen. Kein Wunder: Mehr und mehr Unternehmen beschränken sich ganz auf Standardlösungen, die hohe Nachfrage nach ERP-Paketen bestätigt diesen Trend. Nicht erkennbar ist ein gestiegenes Interesse an Cloud- oder SaaS-Offerten; basierend auf der Systemhaus-Umfrage ist kein einziges Projekt zu vermelden. Möglicherweise sind aber die Systemhäuser für diese Art von IT-Leistungen nicht die bevorzugten Ansprechpartner, sondern SaaS-Anbieter wie Salesforce.com selbst. (mhr)