Adobe-Chef

Shantanu Narayen im Exklusiv-Interview

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die COMPUTERWOCHE hatte unlängst die Gelegenheit, Adobe-CEO Shantanu Narayen exklusiv zum Interview zu treffen.

Von Adobe-Seite waren außerdem Deutschland-Geschäftsführer Harald Esch und Unternehmenssprecher Alexander Hopstein mit von der Partie. Die Fragen stellte CW-Redakteur Thomas Cloer.

Wer an Adobe denkt, hat meistens Photoshop oder InDesign vor Augen. Das ist aber längst nicht alles, wofür Adobe stehen möchte...

CEO Shantanu Narayen im Münchner Büro von Adobe Systems
CEO Shantanu Narayen im Münchner Büro von Adobe Systems
Foto: Thomas Cloer

SHANTANU NARAYEN: Jeder kennt Adobe von den Auswirkungen, die wir auf das Desktop-Publishing gehabt haben - angefangen mit PostScript. Viele Menschen nutzen mittlerweile auch unsere Video-Produkte wie Premiere Pro oder After Effects. Nicht zu vergessen natürlich elektronische Dokumente, alles was wir rund um PDF gemacht haben.

Wir sind aber auch in neuen Geschäftsfeldern tätig, zum Beispiel nach der Übernahme von Omniture im Online Marketing. Und in Kombination mit einem weiteren Enterprise-Geschäft, dem Customer Experience Management, ist das schon ein Business mit über einer Milliarden Dollar Umsatz. Wir sind mittlerweile ein sehr stark diversifiziertes Unternehmen.

Wie passen denn die verschiedenen Zukäufe der letzten Zeit - nach Omniture auch noch Day Software und Demdex - zusammen? Wo ist das "große Ganze"?

NARAYEN: Die Leute erstellen ihre Inhalte mit unseren Autorenwerkzeugen, zum Beispiel der CS5. Und diese Inhalte publizieren sie dann mit der Beta unserer Digital Publishing Suite - auf iDevices und im Apple Store, auf Android-Endgeräte und im Android Market und demnächst auch auf neue Geräte wie das RIM Playbook.

Für Digital Publishing wiederum braucht man Content Management. Sie wollen doch bestimmt wissen, wer auf Ihrer Website welchen Artikel wie oft gelesen hat - da kommt dann Omniture ins Spiel. Unsere Tools bauen aufeinander auf und ergänzen sich.

Wir sind eine Publishing-Company. Wir liefern Ihnen alle Authoring-Tools, die Sie brauchen, wir bringen Ihre Inhalte online, wir machen das Content Management - und wir helfen Ihnen, Geld damit zu verdienen.

Es tut sich eine Menge im Markt - die COMPUTERWOCHE hat ja kürzlich eine Cover-Story zu HTML5 gemacht. Wir wollen die besten Authoring-Tools für HTML5 liefern. Die Nutzung von Medien ändert sich, die Verbraucher verwenden mehr unterschiedliche Geräte mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen. Social Communities müssen integriert werden. Wenn wir uns nicht anpassen und verändern, dann riskieren wir, dass wir auf den Print-Bereich beschränkt bleiben und nicht das komplette Geschäft der Medienhäuser abdecken.

Unterschiedliche Screen Sizes ist ein gutes Stichwort - was ist Ihre mobile Strategie? Flash, AIR, OpenScreen?