Online-Update und Batch-Verarbeitung: Das schafft sogar eine115

Shadow II/Isogen 11 lösen CICS-VS/DL1-Entry ab

13.10.1978

Die Redensart "Das schafft sogar eine /115" ist durchaus doppelsinnig: Als wir CICS und DL/1 auf unserer IBM 370/115 DOS/VS, installiert hatten, zeichnete sich schon bei der ersten Anwendung ab, daß wir die Kapazitätsgrenze unserer Anlage erreicht hatten. Der Durchsatz der Batch-Anwendungen ging um 50 Prozent zurück und die TP/DB-Antwortzeiten lagen dennoch nur bei 10 bis 30 Sekunden. Als wir dann auf Shadow 11 und Isogen 11 umstellten, schaffte es die /115 wieder, vertretbare Werte zu liefern.

Unter dem Gesichtspunkt einer flexiblen Produktionssteuerung faßten wir erstmals 1975 den Plan, die Speicherung von Arbeitsplänen auf TP umzustellen. Eine entscheidende Rolle bei unserer Vorüberlegung spielte die Frage einer entsprechenden Datenbankkonzeption. Die IBM unterstützte uns während der Einführung von CICS und DL/1 in den Jahren 1976 und 1977. Doch die ersten praktischen Ergebnisse waren, wie oben angedeutet, unbefriedigend. Zu dem erwähnten Durchsatzrückgang im Batch und den langen Antwortzeiten kamen weitere Nachteile hinzu: Der Plattenspeicherbedarf wuchs erheblich an und Sicherungsläufe dauerten 40 Minuten.

Hätten wir dieses Konzept beibehalten, dann wären, um wieder befriedigende Ergebnisse zu erreichen, folgende Maßnahmen erforderlich gewesen: Hauptspeicheraufstockung von 256 auf 384 K, teilweise Umstellung der Maschinenablaufplanung und Erweiterung von (...),5 auf 2 Operatorschichten.

Aus diesen Gründen wandten wir uns im Februar 1978 an die Zeda, Gesellschaft für Datenverarbeitung in Wuppertal, da wir bereits von den guten Antwortzeiten unter Shadow II gehört hatten. Weil wir ein integriertes DB/DC-System installieren wollten, nahmen wir zusätzlich zu Shadow II auch das Datenbanksystem Isogen II mit in den praktischen Test hinein.

Die Umstellung von CICS auf Shadow II war unproblematisch, denn uns stand CPG zur Verfügung. Weiterhin konnte ein uns vorliegendes CPG-DL/I-Interface durch ein CPG-Isogen-Interface der Zeda ersetzt werden.

Das Ergebnis der Umstellung auf Shadow II/Isogen II: Die Antwortzeiten liegen heute zwischen 3 und 15 Sekunden, Sicherungsläufe beanspruchen nur 10 Minuten, Reorganisationsläufe sind unter Isogen II nicht erforderlich, der Durchsatz im Batch ging lediglich um 20 s Prozent zurück und an Plattenspeicherplatz sparen wir sogar durchschnittlich 30 Prozent ein. Ebenso brauchten wir weder die Operatorschichten zu erhöhen, noch die Maschinenplanung umzustellen, noch den Hauptspeicher aufzustocken. Daß man auf einer /115 mit vier Partitions tatsächlich Online-Updating mit einer uns befriedigenden Performance fahren kann, haben Shadow II und Isogen II bewiesen.

Im Online-Update betreiben wir heute:

- die Arbeitsplanverwaltung mit Kopf- und Materialdaten, sowie durchschnittlich je sechs Arbeitsgänge pro Plan bei einer Datenbankkapazität von rund 50000 Teilen,

- das Bestellwesen mit der Verwaltung der Lieferantenadressen und der Bestelltest für etwa 30000 Materialnummern,

- eine Datenbank der Konstruktions- und Versuchsdaten.

Für die weitere Online-Verarbeitung sind vorgesehen die Stücklistenverwaltung, die Werkstattauftragsplanung und die Erweiterung des Bestellwesens um Bestellschreibung, Wareneingangsverbuchung und Rechnungsprüfung. Das Online-Update-System arbeitet von 8.00 bis 17.00 Uhr.

Natürlich ergab sich auch für uns die Frage, ob wir einen Software-Mix wagen sollten. Als bislang "reinrassiger" Anwender überlegt man sich einen solchen Schritt sehr genau. Und daß wir die Systemsoftware vom Hersteller zunächst präferierten, zeigt unser Vorgehen auch. Heute sind wir eigentlich froh, diesen Weg gegangen zu sein. Sogar der Umweg hat sich letztlich ausgezahlt. Zeda hat uns nicht einfach Systemsoftware geliefert zum Beispiel ein Datenbanksystem; sie hat uns unsere Datenbank implementiert und wir können problemlos damit arbeiten.

*Horst Pfeiffer und Karl Spiegel sind Systemanalytiker bei Reifenhäuser