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Setzt SAP auf J2EE statt .NET?

30.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die SAP AG hat sich entschlossen, nicht Microsofts neue Architektur .NET, sondern stattdessen Sun Microsystems‘ Plattform J2EE (Java 2 Enterprise Edition) zu nutzen. Die "Financial Times" berichtet, Vorstandssprecher und Firmengründer Hasso Plattner werde die diesbezügliche Entscheidung in der kommenden Woche offiziell bekannt geben. SAP-Sprecher Markus Berner wollte das Gerücht wie üblich nicht offiziell kommentieren.

Für die Kommunikation mit Datenbanken setzt SAP bislang auf einen proprietären Standard. Die Walldorfer stehen aber zunehmend unter Druck ihrer Kunden, hier einen Industriestandard einzuführen. Noch vor zwei Monaten plante der Konzern eine gemeinsame Softwareplattform für .NET und Java. Diese könnte dem Bericht zufolge an Microsofts Weigerung gescheitert sein, eine solche zuzulassen.

Eine wachsende Bedeutung könnte demnach auch SAPs "Juniorpartner" Commerce One zuwachsen. Die Marktplatz-Softwareschmiede, an der die Walldorfer mit mittlerweile 20 Prozent beteiligt sind, hat bereits Erfahrung mit der Programmierung für Java und könnte diese einbringen.

Eine Entscheidung von SAP gegen Microsoft und für Java wäre jedenfalls wenig verwunderlich. Beide Unternehmen haben sich in der jüngeren Vergangenheit immer stärker zu Konkurrenten entwickelt - die Gates-Company engagiert sich seit der Übernahme von Great Plains im ERP-Umfeld (Enterprise Resource Planning), SAP wiederum hat mit Mysap.com die Tür in Richtung Webservices aufgestoßen.