Serviceleistung gab den Ausschlag:Prime-System für technische und NC Aufgaben

14.09.1979

HERNE (pi) - Für ein Timesharing-System entschied sich die Herner Kupplungs- und Getriebebau B. Hackforth GmbH & Co. KG "Vulkan". Seit März arbeitet dort ein Prime-Rechner Modell 400. "Das Kriterium war nicht nur die Übernahme und Umstellung der in Fortran geschriebenen Drehschwingungs-Berechnungs-Probleme, sondern auch die Steuerlochstreifenerstellung für unsere numerischen Werkzeugmaschinen. Prime bot uns auf diesem Gebiet den größten Service", äußert sich dazu ein Firmensprecher.

Ursprünglich hatte man bei Hackforth ein Drehschwingungs-Berechnungsprogramm entwickelt, um die Belastung der Vulkan-Produkte in Antriebsanlagen beurteilen zu können. Die Rechnerunterstützung für diese Entwicklung lief vor der Installation des Prime-Systems über einen Großrechner-Verbund. Vulkan stand lediglich mit einem Terminal über eine Telefonleitung mit dem System in Verbindung. Der Datenaustausch war relativ langsam, und das Terminal konnte nur von einem Mitarbeiter bedient werden.

Nach der ersten Entwicklungsstufe und der steigenden Anwendung dieser Berechnungsmethode stiegen die Gesamtkosten für die Benutzung im Großrechnerverbund derart an, daß ein eigener Rechner wirtschaftlicher erschien. Mit der Umstellung sollte erreicht werden, daß im Parallelbetrieb die Drehschwingungs-Berechnung, weitere Programmentwicklungen und die Unterstützung der Arbeitsvorbereitung für die numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen durchgeführt werden konnten.

Im Bereich Arbeitsvorbereitung beispielsweise wird das Teileprogramm für

ein Fertigungsstück in einer APT-ähnlichen Sprache programmiert; der Fertigungsablauf wird in ein Programm umgesetzt. Dieses Teileprogramm durchlauft dann den Prime-APT-Interpreter. Danach kann der für die jeweilige Steuerung der Werkzeugmaschine entwickelte Postprozessor, der den Lochstreifen erstellt, gestartet werden. Entstehung des Fertigteils und Verfahrwege der einzelnen Werkzeuge sind durch einen Plot-Postprozessor grafisch darstellbar. Das erspart Probeläufe auf den Werkzeugmaschinen.

Was die Zukunftsplanung angeht, so sollen zu einem späteren Zeitpunkt CAD und CAM in Zusammenarbeit mit der Ruhruniversität Bochum zur Unterstützung von Konstruktion und Arbeitsvorbereitung eingeführt werden. Zudem ist vorgesehen, die Kommunikation mit den einzelnen Tochterfirmen zu intensivieren. Zur Zeit verfügen die Herner über 141 Fortran-Programme.