Service-Provider vermarkten wahrscheinlich ueber 800 000 D-Netz-Karten Mobile Datenkommunikation ueber digitale Funktelefone steht bevor

15.10.1993

KOPENHAGEN (pg) - Der Service Provider fuer die digitalen Mobilfunknetze D1 und D2, die Proficom Kommunikationsdienste GmbH, will sein Engagement im Dienstleistungsbereich fuer mobile Manager verstaerken. Auf der Suche nach einem Partner in diesem hart umkaempften Wachstumsmarkt wurden sich die Dortmunder mit dem Anbieter von Zeit-Management-Loesungen Time/system handelseinig.Die Kooperation mit dem daenischen Hersteller von Time-Ma- nagement- Systemen begruendet Harald Koester, Geschaeftsfuehrer der Proficom GmbH, unter anderem mit dem hohen Mass an Gemeinsamkeit zwischen den Kunden. Zielgruppen der beiden Unternehmen sind in erster Linie Anwender aus dem gehobenen und mittleren Management, die unter anderem innovative Produkte und Dienstleistungen fuer den mobilen Einsatz fordern.Als erstes Ergebnis der Partnerschaft bringen beide Unternehmen jetzt das Produkt "Mobile Office" auf den Markt. Es besteht aus der "Commander-Mappe" von Time/system, einem A4-Ringbuch mit Jahreseinlage im A5-Format sowie einem Mobiltelefon fuer die digitalen Netze mit Proficom-Telefonkarte sowie speziellen Serviceleistungen. Bei dem Mobiltelefon kann der Kunde zwischen dem Siemens-Geraet S1 und dem Philips-Produkt PR 810 waehlen, wobei das Siemens-Handy bereits ueber eine Schnittstelle zum Anschluss von PCs und Telefax verfuegt.D-Netz-Nachfrage liegt weit ueber den PrognosenSobald die netztechnischen Voraussetzungen erfuellt sind, womit der Proficom-Manager 1994 rechnet, koennen mobile Anwender unterwegs ihr Notebook oder portables Fax-Geraet an das Interface am Telefon anschliessen und auf diese Weise Daten digital ueber Funk versenden sowie empfangen.Mit der Klientel des mobilen Managers zielt Proficom im Gegensatz zu anderen Anbietern im digitalen Mobilfunksektor nicht auf den Massenmarkt, sondern auf einen exklusiveren Kundenkreis. Mit dem massenhaften Absatz von D1- und D2-Karten allein sei heute kein Geschaeft zu machen, erklaert Koester die Proficom-Strategie. Beweis fuer deren Richtigkeit ist nach Ansicht des Geschaeftsfuehrers die Tatsache, dass sein Unternehmen mit 100 Minuten Telefonnutzung die hoechste Airtime pro Kunde im Monat unter allen Service Providern aufweist. Der Durchschnitt liege bei 85 Minuten.Gemessen am Umsatz nimmt die Tochter der drei Gesellschafter MAN Hoesch Teleservices GmbH (65 Prozent), des ADAC (29,2 Prozent) und Securior Communications (5,8 Prozent) unter den 13 Anbietern in Deutschland eigenen Angaben zufolge Rang fuenf ein. Bis Ende August 1993 hatte das Unternehmen 33 500 D-Karten aktiviert, bis Jahresende sollen es rund 45 000 sein. Insgesamt, so Koester, sei die Branche von der Nachfrage ueberrascht worden, da optimistische Prognosen bis Ende 1993 von maximal 600 000 verkauften Karten ausgegangen seien, die Nachfrage aber mit vermutlich weit ueber 800 000 Karten alle Erwartungen der Anbieter gesprengt haette.Trotz des starken Wettbewerbes unter den Dienstleistern schaetzt der Geschaeftsfuehrer die Gebuehrenunterschiede gegenwaertig als noch gering ein, raeumt aber auch ein: "Die Service Provider legen heute wenig Wert auf Transparenz." Der Weg zum Erfolg muesse deshalb ueber ein interessantes Angebot an Mehrwertdiensten und einer guten Kundenstruktur gesucht werden, wie sie unter anderem die Kooperationspartner Time/system und Dinners Club bieten. Das Mobile Office kann direkt von Time/system oder bundesweit ueber die 250 Proficom-Vertriebspartner bezogen werden.