Ausbau des Near- und Offshorings

Service-Provider lagern aus

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die deutschen IT-Dienstleister betreiben zunehmend Near- und Offshore-Services.
Quelle: Lünendonk GmbH
Quelle: Lünendonk GmbH
Foto: Lünedonk

Die Globalisierung fordert hiesige Service-Provider heraus. Um Personalkosten zu sparen, werden daher zunehmend Entwicklungs- und Wartungsarbeiten in Niedriglohnländern ausgeführt, beispielsweise in Osteuropa oder Asien. Das hat eine Befragung der Lünendonk GmbH unter IT-Service-Anbietern ergeben. Demnach haben 41 Prozent der Teilnehmer Near- und Offshore-Dienste in das Portfolio integriert. 32 Prozent gaben an, keine Services aus dem Ausland zu beziehen.

Das Gros der Firmen mit Nearshore- und Offshore-Kapazitäten vertraut auf eigene Niederlassungen im Ausland (67 Prozent), etwa in Form von Tochter- oder Schwestergesellschaften. 13 Prozent haben Partnerschaften abgeschlossen oder arbeiten mit anderen Dienstleistern zusammen. 20 Prozent verfügen sowohl über eigene als auch über externe Kapazitäten.

"Der Anteil ausgelagerter Dienstleistungen ist noch nicht besonders hoch. 2009 betrug er 11,5 Prozent vom Projektumsatz", erläutert Thomas Lünendonk, Inhaber der Lünendonk GmbH, das Ergebnis. "Doch das wird sich ändern. Noch im Jahr 2010 soll der Anteil auf zwölf Prozent steigen, mittelfristig, also bis zum Jahr 2015, wollen die Befragten 15,5 Prozent erreichen."

Steigender Preisdruck

Lünendonk bat die befragten Unternehmen zudem um eine Einschätzung darüber, anhand welcher Kriterien Anwender ihre Kaufentscheidungen fällen. Neun Auswahlmöglichkeiten gaben die Marktforscher vor. Wenig überraschend erachten die meisten den Preis beziehungsweise das Preis-Leistungs-Verhältnis als besonders wichtig (62 Prozent). Dieser Wert ist gegenüber dem Vorjahr, als 50 Prozent der Teilnehmer die Kosten als entscheidendes Merkmal bezeichneten, bemerkenswert gestiegen. Firmenchef Lünendonk führt dies auf den durch die Wirtschaftskrise verursachten Kostendruck zurück. Weitere wichtige Kriterien sind Erfahrung und Referenzen sowie die Fachkompetenz des Anbieters (jeweils 48 Prozent). (jha)